Avast Secure Browser – Sicherer Browser mit eingebautem Schutz im Test

Avast Secure Browser – Sicherer Browser mit eingebautem Schutz im Test

Der Avast Secure Browser ist ein kostenloser Webbrowser des bekannten Sicherheitsunternehmens Avast, der auf der quelloffenen Chromium-Engine basiert. Im Gegensatz zu Google Chrome bringt er von Haus aus eine Reihe von Sicherheits- und Datenschutzfunktionen mit, die bei anderen Browsern erst durch Erweiterungen nachgerüstet werden müssen: integrierter Ad-Blocker, Anti-Fingerprinting, Bank-Modus und Webcam-Schutz gehören zum Standardumfang. Wir haben den Browser ausführlich getestet, seine Datenschutzversprechen unter die Lupe genommen und ihn mit Mozilla Firefox sowie Brave verglichen.

Technische Basis: Chromium unter der Haube

Der Avast Secure Browser basiert auf Chromium, demselben Open-Source-Kern, der auch Google Chrome, Microsoft Edge, Opera und Brave antreibt. Das bringt entscheidende Vorteile mit sich: Alle Erweiterungen aus dem Google Web Store sind kompatibel, die Rendering-Engine ist ausgereift und die Web-Kompatibilität ist nahezu universell. Für Umsteiger von Chrome ist die Lernkurve minimal, da die Benutzeroberfläche vertraut wirkt und Lesezeichen, Passwörter und Einstellungen importiert werden können.

Avast aktualisiert den Chromium-Kern regelmäßig, um Sicherheitslücken zu schließen. In der Praxis liegt die Versionsnummer gelegentlich wenige Wochen hinter dem aktuellen Chrome-Stand. Bei kritischen Sicherheitslücken werden Patches jedoch in der Regel zügig übernommen, sodass das Risiko überschaubar bleibt. Für sicherheitskritische Umgebungen empfiehlt sich dennoch ein regelmäßiger Blick auf die Versionsnummer unter „Einstellungen › Über Avast Secure Browser".

Eingebaute Sicherheitsfunktionen im Detail

Der Avast Secure Browser bündelt mehrere Schutzfunktionen in einem zentralen Datenschutz-Dashboard, das mit einem Klick auf das Schild-Symbol in der Werkzeugleiste erreichbar ist:

💡 Tipp Der Bank-Modus lässt sich so konfigurieren, dass er automatisch startet, wenn bekannte Banking-URLs aufgerufen werden. Gehen Sie dazu unter „Einstellungen › Datenschutz-Features › Bank-Modus" und fügen Sie die URLs Ihrer Online-Banking-Dienste zur Liste hinzu. So erhalten Sie maximale Sicherheit beim Online-Banking ohne manuelles Aktivieren.

Das Datenschutz-Dashboard

Ein Alleinstellungsmerkmal des Avast Secure Browser ist das zentrale Datenschutz-Dashboard. Es zeigt auf einen Blick, wie viele Tracker und Werbeanzeigen blockiert wurden – sowohl für die aktuelle Seite als auch kumuliert seit der Installation. Außerdem ist der Status aller aktiven Schutzfunktionen sichtbar, und einzelne Features können bei Bedarf gezielt deaktiviert werden, etwa wenn eine Webseite den Ad-Blocker erkennt und die Nutzung verweigert.

Für Nutzer ohne technisches Vorwissen ist dieses Dashboard eine echte Erleichterung: Statt dutzende Einstellungsmenüs zu durchsuchen, reicht ein Blick auf das Schild-Symbol, um den aktuellen Schutzstatus zu verstehen und zu steuern.

Erweiterungskompatibilität und Chrome Web Store

Da der Avast Secure Browser auf Chromium basiert, sind sämtliche Erweiterungen aus dem Chrome Web Store installierbar. Das umfasst populäre Tools wie uBlock Origin, Bitwarden, Grammarly, Dark Reader oder LastPass. Nutzer, die von Chrome umsteigen, können ihre gesamte Erweiterungssammlung problemlos mitnehmen. Avast bietet zusätzlich eine eigene, kleinere Erweiterungs-Galerie an, die sicherheitsorientierte Tools bevorzugt listet.

Vergleich: Avast Secure Browser vs. Firefox vs. Brave

Kriterium Avast Secure Browser Mozilla Firefox Brave
Engine Chromium Gecko (eigene Engine) Chromium
Ad-Blocker (integriert) Ja Nein (via Add-on) Ja (Brave Shields)
Anti-Fingerprinting Ja Ja (begrenzt) Ja (sehr umfassend)
Bank-Modus Ja (einzigartig) Nein Nein
Open Source Nein (Chromium-Kern ja) Ja (vollständig) Ja (vollständig)
Telemetrie-Transparenz Mittel Hoch (Mozilla Foundation) Hoch (Brave Software)
RAM-Verbrauch (Leerlauf) ca. 180 MB ca. 150 MB ca. 160 MB
Chrome-Erweiterungen Ja Nein (eigenes Add-on-System) Ja

Performance im Alltag

Im praktischen Test auf einem Windows-11-System mit Intel Core i7 und 16 GB RAM zeigt der Avast Secure Browser solide Leistung. In Browser-Benchmarks (Speedometer 3, JetStream 2) liegt er im Bereich anderer Chromium-Browser und damit vor Firefox. Der integrierte Ad-Blocker beschleunigt das Laden werbelastiger Seiten spürbar – gemessene Verbesserungen von 30–60 % auf typischen Nachrichtenportalen sind realistisch und stimmen mit den Avast-eigenen Angaben überein.

Der RAM-Verbrauch ist mit ca. 180 MB im Leerlauf bei einem geöffneten Tab leicht höher als bei Firefox, aber vergleichbar mit Chrome und Brave. Bei zehn geöffneten Tabs steigt der Speicherbedarf auf ca. 700–900 MB – ebenfalls typisch für Chromium-Browser. Auf Systemen mit 8 GB RAM oder mehr ist das kein Problem; auf älteren Rechnern mit 4 GB kann es zu Engpässen kommen.

⚠️ Warnung Der Avast Secure Browser ist proprietäre Software. Wer vollständige Transparenz über den Browser-Quellcode wünscht oder der Datenschutzhistorie von Avast (Jumpshot-Kontroverse 2020) skeptisch gegenübersteht, ist bei Firefox oder Brave besser aufgehoben. Beide sind vollständig Open Source und werden von datenschutzorientierten Organisationen entwickelt.

Für wen ist der Avast Secure Browser geeignet?

Der Avast Secure Browser richtet sich primär an Nutzer, die ohne technisches Vorwissen von einem sicheren Browsing-Erlebnis profitieren möchten – direkt nach der Installation, ohne manuelle Konfiguration. Wer nicht selbst Dutzende Erweiterungen einrichten will, findet hier eine gute Komplettlösung mit Ad-Blocking, Tracking-Schutz und Banking-Modus. Für fortgeschrittene Datenschutz-Nutzer bietet Brave mit aggressiveren Schutzmaßnahmen, integriertem Tor-Modus und dem vollständig transparenten Open-Source-Ansatz die überzeugendere Wahl. Den kostenlosen Download gibt es direkt auf avast.com/de-de/secure-browser.

Fazit

Der Avast Secure Browser ist ein alltagstauglicher, sicherer Browser mit echten Vorteilen gegenüber Chrome: Der Bank-Modus und das Anti-Fingerprinting sind praktische Extras, die man anderswo ohne Zusatzkonfiguration nicht findet. Die Chromium-Basis garantiert breite Web-Kompatibilität und Chrome-Erweiterungs-Support. Hauptkritikpunkte bleiben die proprietäre Natur des Browsers und das notwendige Vertrauen in Avast als Hersteller nach der Datenschutzkontroverse von 2020. Als Gesamtpaket für normale Nutzer ist er empfehlenswert; für datenschutzbewusste Nutzer mit technischem Hintergrund sind Firefox oder Brave die überzeugenden Alternativen.