Binomialverteilung erklärt: Formel, Beispiele und wann du sie brauchst

Wie wahrscheinlich ist es, bei zehn Münzwürfen genau sieben Mal Kopf zu bekommen? Oder dass in einer Lieferung von 50 Bauteilen höchstens drei defekt sind? Solche Fragen beantwortet die Binomialverteilung – eine der zentralen Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Stochastik und ein Dauerthema in jedem Mathematik-Abitur.

Das Bernoulli-Experiment als Grundlage

Die Binomialverteilung baut auf dem Bernoulli-Experiment auf. Das ist ein Zufallsversuch mit genau zwei möglichen Ausgängen: Treffer oder kein Treffer, Erfolg oder Misserfolg, Kopf oder Zahl. Die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer nennt man p, die für keinen Treffer entsprechend 1 − p.

Wiederholst du dieses Experiment n-mal unter identischen Bedingungen und sind die Versuche voneinander unabhängig, entsteht eine sogenannte Bernoulli-Kette. Die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit dabei genau k Treffer auftreten, beantwortet die Binomialverteilung.

Die Formel im Detail

Die Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer bei n Versuchen lautet:

P(X = k) = C(n, k) · pk · (1 − p)n − k

Die drei Bausteine erfüllen jeweils einen klaren Zweck:

Da die Binomialkoeffizienten und Potenzen schnell unhandlich werden, lohnt sich ein Werkzeug: Mit dem Binomialverteilung Rechner gibst du einfach n, p und k ein und bekommst die exakte Wahrscheinlichkeit ohne Rechenfehler.

Genau, höchstens und mindestens k Treffer

In Aufgaben wird selten nur nach "genau k" gefragt. Drei Formulierungen tauchen ständig auf, und ihre Unterscheidung ist prüfungsrelevant:

Der Binomialverteilung Rechner gibt dir alle drei Werte – genau, höchstens und mindestens – gleichzeitig aus, sodass du dir die Summenbildung sparst.

Erwartungswert und Standardabweichung

Zwei Kennzahlen beschreiben die Verteilung kompakt. Der Erwartungswert beträgt μ = n · p und gibt an, wie viele Treffer du im Durchschnitt erwartest. Bei 100 Münzwürfen sind das 50 Mal Kopf. Die Standardabweichung ist σ = √(n · p · (1 − p)) und beschreibt die Streuung um diesen Erwartungswert. Wenn du das Konzept der Streuung vertiefen willst, hilft dir der Standardabweichung Rechner.

Ein konkretes Beispiel

Ein Multiple-Choice-Test hat zehn Fragen mit je vier Antwortmöglichkeiten. Jemand rät rein zufällig, die Trefferwahrscheinlichkeit ist also p = 0,25 bei n = 10. Wie wahrscheinlich ist es, mindestens fünf Fragen richtig zu raten?

Der Erwartungswert liegt bei μ = 10 · 0,25 = 2,5 Treffern. Fünf oder mehr richtige Antworten liegen deutlich darüber, sind also unwahrscheinlich. Die Berechnung über das Gegenereignis ergibt einen Wert von rund 7,8 % – Raten allein reicht also selten zum Bestehen.

Wann die Binomialverteilung gilt

Vier Bedingungen müssen erfüllt sein: feste Anzahl an Versuchen, nur zwei Ausgänge pro Versuch, konstante Trefferwahrscheinlichkeit und Unabhängigkeit der Versuche. Beim Ziehen ohne Zurücklegen ist die letzte Bedingung verletzt – dann brauchst du stattdessen die hypergeometrische Verteilung. Bei großem n und kleinem p lässt sich die Binomialverteilung gut durch die Poisson-Verteilung annähern. Weitere Rechner rund um Stochastik und Mathematik findest du in den kotsch.tech Webtools.