Bevor du einen Preis festlegst, solltest du eine Zahl kennen: den Punkt, ab dem du kein Geld mehr verlierst. Genau das ist der Break-even-Preis – der Mindestpreis pro Einheit, bei dem deine Einnahmen exakt deine Kosten decken. Wer darunter verkauft, macht mit jedem verkauften Stück Verlust. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich Kosten zusammensetzen, wie du den Break-even-Preis berechnest und wie du daraus einen tragfähigen Verkaufspreis ableitest.
Fixkosten und variable Kosten
Jede Kalkulation beginnt mit der Trennung deiner Kosten in zwei Gruppen:
- Fixkosten: Kosten, die unabhängig von der produzierten Menge anfallen – Miete, Gehälter, Versicherungen, Software-Abos. Sie bleiben gleich, egal ob du eine oder tausend Einheiten verkaufst.
- Variable Kosten: Kosten, die pro Einheit anfallen – Material, Verpackung, Versand, Transaktionsgebühren. Sie steigen direkt mit der Stückzahl.
Diese Unterscheidung ist der Schlüssel. Die variablen Kosten musst du bei jedem einzelnen Verkauf decken, die Fixkosten verteilen sich auf die gesamte verkaufte Menge.
Die Formel für den Break-even-Preis
Der Break-even-Preis pro Einheit ergibt sich aus den variablen Kosten plus dem Anteil der Fixkosten, der auf eine Einheit entfällt:
- Break-even-Preis = variable Kosten pro Einheit + (Fixkosten / geplante Stückzahl)
Ein Beispiel: Deine variablen Kosten betragen 8 Euro pro Stück. Deine Fixkosten liegen bei 12.000 Euro, und du planst, 2.000 Stück zu verkaufen. Der Fixkostenanteil pro Einheit beträgt 12.000 / 2.000 = 6 Euro. Dein Break-even-Preis ist also 8 + 6 = 14 Euro. Unter 14 Euro verkaufst du mit Verlust. Mit dem Break-even Preis Rechner gibst du Fixkosten, variable Kosten und Stückzahl ein und erhältst den Mindestpreis direkt – ohne Rechenfehler.
Warum die Stückzahl alles verändert
Der entscheidende und oft unterschätzte Punkt: Der Break-even-Preis hängt direkt von der geplanten Menge ab. Verteilst du dieselben 12.000 Euro Fixkosten auf nur 1.000 statt 2.000 Stück, steigt der Fixkostenanteil auf 12 Euro – dein Break-even-Preis klettert auf 20 Euro.
Das erklärt, warum hohe Stückzahlen Preise drücken können: Je mehr Einheiten die Fixkosten tragen, desto niedriger der Mindestpreis. Wer eine zu optimistische Absatzmenge annimmt, rechnet sich einen zu niedrigen Break-even-Preis schön und gerät bei schwächeren Verkäufen in die Verlustzone.
Vom Break-even-Preis zum Verkaufspreis
Der Break-even-Preis ist die Untergrenze, nicht dein Zielpreis. Bei diesem Preis machst du exakt null Gewinn. Für ein gesundes Geschäft schlägst du eine Marge auf:
- Verkaufspreis = Break-even-Preis × (1 + gewünschte Gewinnmarge)
Bei einem Break-even-Preis von 14 Euro und einer Zielmarge von 30 % ergibt sich ein Verkaufspreis von rund 18,20 Euro. Berücksichtige dabei auch den Markt: Liegt dein Break-even-Preis über dem, was Kunden zu zahlen bereit sind, musst du an den Kosten arbeiten oder das Produkt neu positionieren – ein zu hoher Break-even ist ein Warnsignal für das gesamte Geschäftsmodell.
Häufige Fehler
Achte auf diese typischen Stolpersteine: variable Kosten vergessen (Zahlungsgebühren und Retouren werden oft übersehen), Fixkosten zu niedrig ansetzen und eine unrealistische Stückzahl annehmen. Jeder dieser Fehler senkt den errechneten Break-even-Preis künstlich – und sorgt dafür, dass du im echten Betrieb draufzahlst.
Wenn du nicht den Preis, sondern die nötige Verkaufsmenge bei festem Preis suchst, hilft dir der Break-even Rechner. Für die Gewinnspanne pro Produkt lohnt zudem der Marge Rechner.
Fazit
Der Break-even-Preis ist das Fundament jeder seriösen Preiskalkulation. Er zeigt dir die absolute Untergrenze, unter der jeder Verkauf Verlust bedeutet. Trenne sauber zwischen Fix- und variablen Kosten, kalkuliere mit einer realistischen Stückzahl und schlage anschließend deine Zielmarge auf. So legst du Preise fest, die nicht auf Hoffnung, sondern auf Zahlen beruhen.