CCleaner – System-Optimierung für Windows im Test 2026

CCleaner – System-Optimierung für Windows im Test 2026

CCleaner gehört seit Jahren zu den bekanntesten System-Optimierungs-Tools für Windows. Entwickelt von Piriform und seit 2017 im Besitz von Avast (heute Gen Digital), verspricht das Programm, durch das Entfernen von Junk-Dateien, Browser-Caches und verwaisten Registry-Einträgen die Systemleistung zu verbessern. Doch die Software hat auch eine bewegte Geschichte – inklusive eines ernsthaften Sicherheitsvorfalls im Jahr 2017. In diesem ausführlichen Test beleuchten wir alle Funktionen, zeigen welche Module sich wirklich lohnen, erklären die Risiken des Registry-Cleaners und stellen die besten Alternativen vor.

Die wichtigsten CCleaner-Module im Detail

CCleaner gliedert sich in mehrere klar getrennte Funktionsbereiche, die unterschiedlichen Wartungszwecken dienen. Wer das Tool gezielt einsetzt, kann echten Nutzen daraus ziehen – vorausgesetzt, man weiß, welche Module man verwenden sollte und welche besser unberührt bleiben.

Junk-File-Cleaner

Das Herzstück von CCleaner ist der Junk-File-Cleaner. Er durchsucht Windows-Systemordner nach temporären Dateien, alten Fehlerberichten (Windows Error Reporting), Prefetch-Dateien, Miniaturansicht-Caches und den Inhalten des Papierkorbs. Auf einem System, das seit Monaten nicht bereinigt wurde, können hier durchaus mehrere Gigabyte anfallen. Die Funktion ist unbedenklich und zeigt sichtbare Ergebnisse. Vor dem eigentlichen Löschen empfiehlt sich ein Analysedurchlauf, um zu sehen, was tatsächlich entfernt wird.

Browser-Cleaner

Der Browser-Cleaner unterstützt alle gängigen Browser: Google Chrome, Mozilla Firefox, Microsoft Edge, Opera und weitere. Er löscht Cookies, den Browserverlauf, gecachte Webinhalte, gespeicherte Formulardaten und Download-Verläufe. Wichtig zu beachten: Das Löschen aller Cookies meldet Sie aus sämtlichen Websites ab. Wer bestimmte Logins behalten möchte, sollte in CCleaner gezielt konfigurieren, welche Cookies verschont bleiben sollen – dies ist über die „Cookie-Ausnahmen"-Funktion möglich.

Registry Cleaner

Der Registry Cleaner ist das umstrittenste Modul. Er sucht nach verwaisten Registry-Einträgen, die nach dem Deinstallieren von Programmen zurückbleiben. Obwohl diese Einträge keinen messbaren Einfluss auf die Systemperformance haben, birgt das Löschen ein reales Risiko: Ein falsch identifizierter Eintrag kann Anwendungen destabilisieren oder den Windows-Start beeinträchtigen. Wir empfehlen, dieses Modul grundsätzlich nicht zu verwenden.

Autostart-Manager

Der Autostart-Manager zeigt alle Programme und Dienste, die beim Windows-Start automatisch geladen werden. Dies ist eine der wertvollsten Funktionen von CCleaner. Ein überladener Autostart verlangsamt den Systemstart erheblich. Im Manager lassen sich Programme mit einem Klick deaktivieren, ohne sie zu deinstallieren. Alternativ bietet Windows selbst diese Funktion unter Task-Manager → Autostart an.

Software-Deinstallation

CCleaner bietet eine übersichtliche Alternative zur Windows-eigenen Programmliste unter Systemsteuerung. Besonders nützlich ist die Möglichkeit, mehrere Programme nacheinander zur Deinstallation zu markieren. Die eigentliche Deinstallation übernimmt dabei der jeweilige Uninstaller des Programms – CCleaner ist hier nur das Frontend.

CCleaner sicher verwenden: Empfohlene Einstellungen

Für einen sicheren und sinnvollen Einsatz empfehlen wir folgendes Vorgehen:

Wichtig: Laden Sie CCleaner ausschließlich von der offiziellen Website ccleaner.com/de/ herunter. Drittanbieter-Quellen bieten häufig veraltete oder mit Adware gebündelte Versionen an. Prüfen Sie die heruntergeladene Datei stets mit einem Antivirenprogramm.

Der Malware-Vorfall 2017: Was damals geschah

Im September 2017 wurde bekannt, dass CCleaner-Version 5.33 für Windows mit Schadsoftware verseucht war. Angreifer hatten die Lieferkette (Supply Chain Attack) von Piriform kompromittiert und eine mehrstufige Backdoor direkt in die offizielle Installationsdatei eingeschleust. Über 2,27 Millionen Nutzer hatten die infizierte Version heruntergeladen, bevor Cisco Talos den Vorfall entdeckte.

Die eingeschleuste Schadsoftware sammelte Systeminformationen und lud je nach Zielsystem eine zweite Payload nach – insbesondere auf Rechnern großer Technologieunternehmen. Nach der Übernahme durch Avast wurden Sicherheitsmaßnahmen verschärft, darunter Code-Signing mit erweiterter Validierung und verstärkte Build-Pipeline-Überwachung. Dennoch bleibt der Vorfall ein wichtiges Beispiel dafür, dass selbst bekannte und verbreitete Software das Ziel von Supply-Chain-Angriffen werden kann.

Seit dem Vorfall hat CCleaner mehrere Eigentümerwechsel erlebt. Gen Digital (ehemals NortonLifeLock, davor Avast) ist heute der Eigentümer. Die Telemetrie-Praktiken des Unternehmens stehen regelmäßig in der Kritik, da CCleaner Nutzungsdaten an Gen-Server überträgt. Diese Übertragung lässt sich in den Einstellungen unter „Datenschutz" deaktivieren, ist aber standardmäßig aktiviert.

CCleaner Free vs. Professional im Vergleich

Funktion Free Professional (ca. 30 €/Jahr)
Junk-File-Cleaner Ja Ja
Browser-Reinigung Ja Ja
Registry Cleaner Ja Ja
Autostart-Manager Ja Ja
Automatische Updates Nein Ja
Echtzeit-Systemüberwachung Nein Ja
Duplicate Finder Nein Ja
Drive Wiper (sicheres Löschen) Eingeschränkt Vollständig
Premium-Support Nein Ja

Alternativen zu CCleaner

BleachBit – Open-Source-Alternative

BleachBit ist die bekannteste Open-Source-Alternative zu CCleaner. Das Programm bietet ähnliche Reinigungsfunktionen für Windows und Linux, ist vollständig quelloffen und erfasst keinerlei Telemetriedaten. BleachBit unterstützt über 70 verschiedene Anwendungen und Systemkomponenten. Die Oberfläche ist weniger poliert als CCleaner, dafür gibt es keine Hintergedanken bei der Privatsphäre.

Windows Storage Sense

Microsofts eingebaute Funktion unter Einstellungen → System → Speicher bereinigt automatisch temporäre Dateien, leert den Papierkorb und entfernt alte Download-Inhalte. Sie kann zeitgesteuert oder manuell ausgeführt werden und ist vollständig in Windows integriert – ohne Drittanbieter-Risiko.

Autoruns von Microsoft Sysinternals

Für die Verwaltung von Autostart-Einträgen ist Autoruns von Microsoft Sysinternals die leistungsfähigste kostenlose Option. Das Tool zeigt deutlich mehr Autostart-Quellen als CCleaner und ist für fortgeschrittene Nutzer die bessere Wahl.

Tool Preis Open Source Telemetrie Registry-Cleaner
CCleaner Free Kostenlos Nein Ja (deaktivierbar) Ja (nicht empfohlen)
BleachBit Kostenlos Ja Nein Nein
Windows Storage Sense Kostenlos Nein Nein
Disk Cleanup (cleanmgr) Kostenlos Nein Nein

Empfohlener Wartungs-Workflow (monatlich)

Ein strukturierter Wartungsrhythmus hält Windows dauerhaft sauber, ohne unnötige Risiken einzugehen:

  1. Windows-Updates einspielen: Sicherheitspatches zuerst.
  2. Autostart prüfen: Nicht benötigte Programme deaktivieren (CCleaner oder Task-Manager).
  3. Junk-Files bereinigen: CCleaner Junk-File-Cleaner oder Windows Storage Sense ausführen.
  4. Browser-Cache leeren: Je nach Datenschutzbedarf wöchentlich oder monatlich.
  5. Datenträger auf Fehler prüfen: Über Eigenschaften der Festplatte → Tools → Fehlerprüfung.
  6. Speicherplatz-Bericht prüfen: Unter Einstellungen → System → Speicher nach großen Ordnern suchen.
Tipp: Verwenden Sie den CCleaner Registry Cleaner nicht. Microsoft selbst rät von Registry-Cleanern ab. Verwaiste Registry-Einträge haben keinen messbaren Einfluss auf die Performance, ein fehlerhaft gelöschter Schlüssel kann jedoch Anwendungen oder Windows beschädigen.

Fazit

CCleaner ist ein brauchbares Wartungstool, wenn man es mit Bedacht einsetzt. Die Stärken liegen im Junk-File-Cleaner, dem Browser-Cleaner und dem Autostart-Manager. Den Registry Cleaner sollte man konsequent ignorieren. Die kostenlose Version reicht für die meisten Nutzer vollständig aus. Wer Bedenken wegen Datenschutz und Telemetrie hat, ist mit BleachBit oder den Windows-Bordmitteln besser bedient. Das Tool verdient seinen Platz im Windows-Wartungs-Toolkit – aber nur als eines von mehreren Werkzeugen, nicht als Allheilmittel.

Häufige Fragen zu CCleaner

Ist CCleaner 2026 noch sicher zu verwenden?

Ja, wenn Sie die Software von der offiziellen Website herunterladen und die Telemetrie in den Einstellungen deaktivieren. Der Malware-Vorfall von 2017 betraf eine spezifische Version und wurde behoben. Dennoch empfehlen wir, nur die unbedenklichen Module (Junk-Cleaner, Browser-Cleaner, Autostart) zu verwenden.

Macht CCleaner Windows wirklich schneller?

In messbaren Benchmarks ist der Unterschied minimal bis nicht vorhanden. Das Deaktivieren unnötiger Autostart-Programme hat den größten realen Effekt auf die Boot-Zeit. Das Leeren von Junk-Files schafft Speicherplatz, verbessert aber nicht die CPU- oder RAM-Performance.

Kann ich den Registry Cleaner einmal ausprobieren?

Wir raten davon ab. Wenn Sie ihn dennoch nutzen wollen, erstellen Sie unbedingt vorher einen Systemwiederherstellungspunkt und lassen Sie CCleaner einen Sicherungs-Backup der Registry-Änderungen anlegen. Diese Option wird vor dem Löschen angeboten.

Welche CCleaner-Version sollte ich wählen – Free oder Professional?

Für die meisten Heimanwender ist die kostenlose Version ausreichend. Die Professional-Version lohnt sich hauptsächlich wegen des Duplicate Finders und der automatischen Update-Funktion. Auf den Premium-Support kann in der Praxis meist verzichtet werden.