Ein Cronjob, der "alle fünf Minuten" läuft, klingt unscheinbar. Tatsächlich startet er 288 Mal am Tag, über 2.000 Mal pro Woche und mehr als 8.700 Mal im Monat. Wer Cron-Intervalle nur im Minutentakt denkt, unterschätzt regelmäßig, welche Last, welcher Log-Umfang und welche Kosten dahinterstehen. Dieser Artikel hilft dir, ein Intervall in greifbare Häufigkeiten zu übersetzen und sinnvoll einzuschätzen.
Was Cron eigentlich tut
Cron ist der klassische Zeitplaner unter Linux und Unix. Ein Cron-Ausdruck besteht aus fünf Feldern – Minute, Stunde, Tag des Monats, Monat und Wochentag – die festlegen, wann ein Befehl ausgeführt wird. Das Sternchen * bedeutet "jeder Wert", der Schrägstrich */5 steht für "alle fünf Einheiten". So bedeutet */5 * * * * schlicht: alle fünf Minuten, rund um die Uhr.
Die Syntax ist mächtig, aber wenig intuitiv, wenn es um die Frage geht: Wie oft läuft das eigentlich? Genau diese Übersetzung nimmt dir der Cron Intervall Rechner ab – du gibst das Intervall an und bekommst die Runs pro Tag, Woche und Monat direkt angezeigt.
Die Rechenlogik
Sobald ein Job in festen Abständen läuft, ist die Häufigkeit reine Division. Bei einem Intervall in Minuten gilt:
Runs pro Tag = 1440 ÷ Intervall in Minuten
Der Tag hat 1.440 Minuten. Ein 15-Minuten-Intervall ergibt also 96 Runs pro Tag, 672 pro Woche und etwa 2.880 im Monat. Für die Wochen- und Monatswerte multiplizierst du den Tageswert mit 7 beziehungsweise mit dem Durchschnitt von 30,44 Tagen pro Monat. Diese Staffelung macht aus einer abstrakten Cron-Zeile sofort eine konkrete Größenordnung.
Typische Intervalle im Überblick
- Jede Minute (
* * * * *): 1.440 Runs pro Tag. Nur für sehr leichte Health-Checks geeignet. - Alle 5 Minuten (
*/5 * * * *): 288 pro Tag – ein verbreiteter Standard für Monitoring und Queue-Worker. - Stündlich (
0 * * * *): 24 pro Tag, ideal für Synchronisationen und Caches. - Täglich (
0 3 * * *): Einmal pro Tag, klassisch nachts um drei für Backups und Reports. - Wöchentlich (
0 3 * * 0): Sonntags, etwa für umfangreiche Wartungsläufe.
Warum die Häufigkeit zählt
Jeder Lauf verbraucht Ressourcen: CPU-Zeit, Datenbankverbindungen, API-Aufrufe und Log-Speicher. Ein Job, der eine externe API anspricht und alle fünf Minuten läuft, erzeugt fast 9.000 Requests im Monat – das kann ein Rate-Limit sprengen oder ein API-Kontingent aufbrauchen. Wer hier zu engmaschig taktet, riskiert Drosselung und unnötige Kosten. Umgekehrt sorgt ein zu großes Intervall dafür, dass Daten veralten oder Probleme zu spät erkannt werden.
Wenn deine Jobs auf eine API zugreifen, lohnt zusätzlich ein Blick auf den API Rate Limit Rechner, der Requests pro Sekunde, Minute, Stunde und Tag gegenüberstellt. Und wer den Cron-Ausdruck selbst erst noch bauen muss, erzeugt ihn passgenau mit dem Cron Generator.
Faustregeln für die Wahl des Intervalls
Wähle das größtmögliche Intervall, das deine Anforderung noch erfüllt. Für Monitoring reichen oft fünf Minuten, für Datensynchronisationen meist eine Stunde, für Backups ein nächtlicher Lauf. Versetze parallele Jobs zeitlich, damit nicht alle gleichzeitig zur vollen Stunde starten und eine Lastspitze erzeugen. Und logge das Ergebnis jedes Laufs, aber mit Augenmaß – bei tausenden Runs im Monat wird sonst der Log selbst zum Speicherproblem.
Fazit
Ein Cron-Intervall ist mehr als eine kryptische Zeile in der Crontab – dahinter steckt eine konkrete Häufigkeit, die Last und Kosten bestimmt. Wer sie kennt, taktet bewusster. Die schnelle Umrechnung übernimmt der Cron Intervall Rechner, und weitere Helfer rund um Entwicklung und Betrieb findest du unter kotsch.tech/webtools.
Häufige Fragen
Wie viele Tage hat ein Monat im Durchschnitt für die Rechnung?
Üblich ist der Wert 30,44 Tage, der sich aus 365,25 Tagen geteilt durch zwölf Monate ergibt. Damit gleichen sich kurze und lange Monate über das Jahr aus und du erhältst einen realistischen Monatswert statt einer Schwankung zwischen 28 und 31 Tagen.
Kann Cron auch Intervalle unter einer Minute?
Klassisches Cron arbeitet minutengenau und kann nicht häufiger als einmal pro Minute auslösen. Für Sekundenintervalle brauchst du andere Werkzeuge wie systemd-Timer mit feinerer Auflösung oder einen Worker-Prozess, der intern in kürzeren Abständen prüft.
Was passiert, wenn ein Job länger läuft als sein Intervall?
Standardmäßig startet Cron den nächsten Lauf trotzdem, sodass sich Instanzen überlappen können. Das führt zu Mehrfachausführung und Lastspitzen. Verhindere das mit einem Lock-Mechanismus wie flock, der einen neuen Start blockiert, solange der vorige Lauf noch aktiv ist.