Das Domain Name System (DNS) ist das Telefonbuch des Internets: Es übersetzt für Menschen lesbare Namen wie example.com in die IP-Adressen, mit denen Computer tatsächlich arbeiten. Die einzelnen Einträge in diesem System heißen DNS-Records, und jeder Typ erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Wer eine Domain einrichtet, eine Website umzieht oder E-Mail-Versand konfiguriert, kommt an ihnen nicht vorbei. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Record-Typen.
Wie DNS grundsätzlich funktioniert
Tippst du eine Adresse in den Browser, fragt dein Computer eine Kette von DNS-Servern, welche IP-Adresse dazugehört. Die Antworten stehen in der sogenannten Zonendatei der Domain – einer Sammlung von Records. Jeder Record besteht im Kern aus einem Namen, einem Typ, einem Wert und einer TTL (Time To Live), die angibt, wie lange die Antwort zwischengespeichert werden darf, bevor sie neu abgefragt wird.
Die TTL ist beim Umzug entscheidend: Eine niedrige TTL (etwa 300 Sekunden) sorgt dafür, dass Änderungen schnell wirken, eine hohe TTL (etwa 86.400 Sekunden = ein Tag) entlastet die Server, verzögert aber Anpassungen.
Die Adress-Records: A und AAAA
Diese beiden sind das Herzstück, denn sie verbinden den Domainnamen mit einem Server.
- A-Record: Verweist auf eine IPv4-Adresse (z. B. 93.184.216.34). Das ist der grundlegendste und häufigste Record – ohne ihn ist deine Website nicht erreichbar.
- AAAA-Record ("Quad-A"): Das Gegenstück für moderne IPv6-Adressen. Da IPv6 sich weiter ausbreitet, gehört auch dieser Record zunehmend zum Standard.
Wenn du wissen willst, welcher Record-Typ wofür gedacht ist, liefert dir der DNS Record Spicker eine kompakte Übersicht zum schnellen Nachschlagen.
Verweise und Aliasse: CNAME
Ein CNAME-Record (Canonical Name) zeigt nicht auf eine IP-Adresse, sondern auf einen anderen Domainnamen. Typisches Beispiel: www.example.com verweist per CNAME auf example.com. Ändert sich die IP des Ziels, ziehen alle Aliasse automatisch mit – das spart Pflegeaufwand.
Wichtige Einschränkung: Ein CNAME darf nicht auf der Wurzeldomain (dem "Apex", also example.com ohne Subdomain) gesetzt werden, wenn dort noch andere Records existieren. Für diesen Fall bieten viele Anbieter alternative Lösungen wie ALIAS- oder ANAME-Records an.
E-Mail und Verifizierung: MX und TXT
MX-Record
Der MX-Record (Mail Exchange) legt fest, welcher Server die E-Mails für deine Domain entgegennimmt. Er enthält neben dem Servernamen eine Priorität: Bei mehreren Mailservern wird der mit dem niedrigsten Wert zuerst kontaktiert, die anderen dienen als Ausweichziele. Ohne korrekten MX-Record erreicht dich keine E-Mail.
TXT-Record
Der TXT-Record speichert beliebigen Text und ist erstaunlich vielseitig. Seine wichtigsten Einsatzgebiete:
- SPF: Legt fest, welche Server in deinem Namen E-Mails versenden dürfen – ein zentraler Baustein gegen Spam und Spoofing.
- DKIM: Hinterlegt einen kryptografischen Schlüssel zur Signatur ausgehender Mails.
- DMARC: Definiert, wie empfangende Server mit Mails umgehen sollen, die SPF oder DKIM nicht bestehen.
- Domain-Verifizierung: Dienste wie Google oder Microsoft lassen dich per TXT-Record beweisen, dass dir die Domain gehört.
Die Infrastruktur-Records: NS, SOA und SRV
- NS-Record (Name Server): Gibt an, welche Nameserver für die Domain zuständig sind. Sie bestimmen, wo die maßgebliche Zonendatei liegt.
- SOA-Record (Start of Authority): Enthält Verwaltungsinformationen zur Zone, etwa die Kontaktadresse und Aktualisierungsintervalle. Jede Zone hat genau einen.
- SRV-Record (Service): Verweist auf Server für bestimmte Dienste samt Port – genutzt etwa von VoIP, Chat-Protokollen oder Verzeichnisdiensten.
Worauf du in der Praxis achten solltest
DNS-Änderungen sind mächtig, aber träge. Wegen des Cachings können Anpassungen bis zur eingestellten TTL dauern, bis sie weltweit sichtbar sind. Plane bei Umzügen deshalb genug Vorlauf ein und senke die TTL idealerweise schon ein bis zwei Tage vorher. Ein Tippfehler in einem A- oder MX-Record kann deine Website oder deinen Mailempfang lahmlegen – prüfe Werte vor dem Speichern doppelt.
Wenn du tiefer in die Grundlagen einsteigen willst, lohnt unser ausführlicher Beitrag zu den DNS-Grundlagen. Praktische kleine Werkzeuge rund um Netzwerk und Web findest du gesammelt in den kotsch.tech Webtools.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine DNS-Änderung?
Das hängt von der TTL des betroffenen Records ab. Server, die die alte Antwort zwischengespeichert haben, behalten sie bis zum Ablauf der TTL. In der Praxis sind Änderungen oft nach wenigen Minuten bis einigen Stunden überall sichtbar; bei hoher TTL kann es bis zu 48 Stunden dauern.
Was ist der Unterschied zwischen A- und CNAME-Record?
Ein A-Record zeigt direkt auf eine IP-Adresse, ein CNAME auf einen anderen Domainnamen. CNAMEs sind praktisch, wenn mehrere Namen auf dieselbe Ressource zeigen sollen, weil bei einem IP-Wechsel nur der Ziel-A-Record geändert werden muss.
Brauche ich AAAA-Records zwingend?
Pflicht sind sie nicht – eine Website funktioniert auch nur mit A-Record über IPv4. Da IPv6 aber immer verbreiteter ist und manche Netze bevorzugt darüber kommunizieren, ist ein zusätzlicher AAAA-Record zukunftssicher und schadet nie, solange dein Server tatsächlich über IPv6 erreichbar ist.