Ein zentrales Verkaufsargument für Elektroautos sind die niedrigen Energiekosten. Doch wie viel ein E-Auto pro Kilometer wirklich kostet, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Verbrauch in Kilowattstunden, dem Strompreis und nicht zuletzt davon, wo du lädst. Dieser Ratgeber erklärt die Rechnung Schritt für Schritt.
Die Grundrechnung: kWh statt Liter
Während ein Verbrenner in Litern pro 100 km rechnet, misst sich der Verbrauch eines E-Autos in Kilowattstunden (kWh) pro 100 km. Die Kostenrechnung ist analog zum Sprit:
Stromkosten = (Strecke ÷ 100) × Verbrauch in kWh/100 km × Strompreis pro kWh
Ein typisches Kompakt-E-Auto verbraucht etwa 15–18 kWh auf 100 km. Bei einem Heimstrompreis von 30 Cent/kWh kostet ein Kompaktwagen mit 16 kWh/100 km also rund 4,80 € pro 100 km – deutlich weniger als ein vergleichbarer Benziner. Die Kosten für deine konkrete Strecke und pro 100 km rechnest du mit dem E-Auto Kosten Rechner sofort aus.
Ladeverluste nicht vergessen
Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: Nicht der gesamte Strom aus der Steckdose landet im Akku. Beim Laden entstehen Ladeverluste durch das Bordladegerät, Kabel und Wärmeentwicklung. Je nach Ladeart liegen diese bei rund 10–20 %. Das bedeutet: Für 16 kWh im Akku ziehst du real eher 18–19 kWh aus dem Netz – und genau diese Menge bezahlst du.
Wer ehrlich rechnet, schlägt diese Verluste auf den Verbrauch auf. Bei langsamer Wechselstromladung (AC) zu Hause sind die Verluste relativ gering, an der Haushaltssteckdose mit niedriger Leistung dagegen höher.
Heimladen, öffentliches Laden und Schnellladen
Der größte Kostentreiber ist nicht das Auto, sondern der Ladeort:
- Zuhause an der Wallbox: Am günstigsten, meist zum normalen Haushaltsstromtarif. Mit eigener Photovoltaik sinken die Kosten weiter.
- Öffentliche AC-Ladesäulen: Teurer als Heimstrom, oft mit Tarif pro kWh oder pro Zeit.
- Schnellladen (DC): Am teuersten. An Autobahn-Schnellladern können die Preise pro kWh ein Vielfaches des Heimstrompreises betragen, was den Kostenvorteil gegenüber dem Verbrenner stark schrumpfen lässt.
Wer überwiegend zu Hause lädt, fährt am günstigsten. Wer auf öffentliches Schnellladen angewiesen ist, sollte die höheren Tarife in die Kalkulation einbeziehen.
Verbrauch hängt vom Fahrprofil ab
Der reale Verbrauch schwankt stark. Im Winter steigt er durch Heizung und kalten Akku spürbar, oft um mehrere Kilowattstunden pro 100 km. Hohe Autobahngeschwindigkeiten erhöhen den Verbrauch überproportional, während E-Autos im Stadtverkehr dank Rekuperation besonders effizient sind. Für eine verlässliche Kostenrechnung nutzt du deinen realen Durchschnittsverbrauch über mehrere Wochen, nicht den Werkswert.
Ladezeit und Gesamtkosten mitdenken
Neben den reinen Stromkosten ist die Ladedauer ein praktischer Faktor: Sie hängt von Akkugröße, Ladeleistung und Ladestand ab. Wie lange ein Ladevorgang dauert, schätzt du mit dem Ladezeit E-Auto Rechner ab. Für den direkten Kostenvergleich mit einem Verbrenner findest du passende Werkzeuge in den Webtools.
Häufige Fragen
Wie viel kostet 100 km mit dem E-Auto?
Bei rund 16 kWh/100 km und 30 Cent Heimstrompreis etwa 4,80 €. Mit Ladeverlusten und an teureren öffentlichen Ladern liegt der Wert höher.
Was sind Ladeverluste?
Strom, der beim Laden als Wärme verloren geht, statt im Akku zu landen. Je nach Ladeart sind das etwa 10 bis 20 %, die du real bezahlst, ohne sie zu fahren.
Warum ist Schnellladen so viel teurer?
DC-Schnelllader an der Autobahn verlangen deutlich höhere Tarife pro Kilowattstunde als Heimstrom. Wer oft schnelllädt, hat einen geringeren Kostenvorteil gegenüber dem Verbrenner.
Verbraucht ein E-Auto im Winter mehr?
Ja, deutlich. Heizung und kalter Akku erhöhen den Verbrauch im Winter spürbar, was sich direkt auf die Stromkosten pro 100 km auswirkt.