Elementor: Der beliebteste WordPress Page-Builder im Test

Mit über 10 Millionen aktiven Installationen ist Elementor das meistgenutzte Page-Builder-Plugin für WordPress. Es verspricht, professionelle Websites ohne Programmierkenntnisse zu erstellen – und löst dieses Versprechen in vielen Bereichen ein. Doch Elementor hat auch seine Schattenseiten, insbesondere was die Performance betrifft. Dieser Artikel beleuchtet Stärken, Schwächen und Alternativen.

Was ist Elementor?

Elementor ist ein visueller Seiteneditor für WordPress, der 2016 veröffentlicht wurde. Es ersetzt den klassischen Gutenberg-Block-Editor durch eine Echtzeit-Vorschau: Änderungen sind sofort sichtbar, ohne die Seite neu laden zu müssen. Das Plugin ist in einer kostenlosen Basisversion sowie als kostenpflichtiges Elementor Pro erhältlich.

Die Kernidee ist das Drag-and-drop-Prinzip: Widgets werden aus einem Seitenmenü auf die Arbeitsfläche gezogen, dort positioniert und über ein Einstellungspanel konfiguriert. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist Elementor der Einstiegspunkt in die professionelle WordPress-Entwicklung.

Der Drag-and-drop-Editor

Das Layout in Elementor basiert auf einer dreistufigen Hierarchie: Sektionen (Sections) enthalten Spalten (Columns), die wiederum einzelne Widgets aufnehmen. Seit Version 3.6 gibt es außerdem Flexbox-Container, die eine flexiblere und modernere Layoutgestaltung ermöglichen und die alten Sections langfristig ablösen sollen.

Die Bedienung ist weitgehend intuitiv. Abstände, Hintergrundfarben, Schriften und Animationen lassen sich direkt im linken Panel einstellen. Für Desktop, Tablet und Smartphone können abweichende Werte hinterlegt werden. Fertige Templates – sowohl für einzelne Abschnitte als auch für ganze Seiten – beschleunigen den Einstieg erheblich.

Widget-Übersicht

Die kostenlose Version von Elementor enthält über 40 Widgets, darunter Textelemente, Bilder, Buttons, Galerien, Spacer, Trennlinien, Icons, Zähler und einfache Formulare. Damit lassen sich viele Standard-Layouts ohne zusätzliche Plugins umsetzen.

Elementor Pro erweitert die Auswahl auf über 100 Widgets. Besonders nützlich sind dabei: Formulare mit bedingter Logik, Preistabellen, Testimonials, Flip-Box, Call-to-Action-Elemente, Media Carousel und der Posts-Widget für dynamische Inhaltsdarstellungen aus dem WordPress-CMS.

Elementor Pro: Theme Builder, Popup Builder, WooCommerce

Der Theme Builder ist das mächtigste Feature von Elementor Pro. Er erlaubt die visuelle Gestaltung aller WordPress-Vorlagen: Header, Footer, Beitragsvorlagen, Archivseiten, 404-Seiten und Suchergebnisseiten. Damit kann das gesamte Theme-Framework eines WordPress-Projekts durch Elementor ersetzt werden, ohne eine Zeile PHP schreiben zu müssen.

Der Popup Builder ermöglicht die Erstellung von modalen Overlays, Fly-in-Bars und Sticky-Notifications mit präzisen Anzeigeregeln (Scroll-Tiefe, Seitentyp, Nutzerverhalten). Für WooCommerce-Shops bietet Elementor Pro dedizierte Widgets für Produktdarstellungen, den Warenkorb und die Checkout-Seite sowie vollständige Anpassbarkeit der Shop-Templates.

Mehr Details zur Pro-Version finden sich in der offiziellen Feature-Übersicht von Elementor.

Performance-Probleme: Der „Bloat"-Vorwurf

Elementors größte Schwachstelle ist die Performance. Das Plugin lädt für jede Seite erhebliche Mengen an CSS und JavaScript, selbst wenn viele der geladenen Ressourcen auf der jeweiligen Seite gar nicht benötigt werden. Zusätzliche CSS-Klassen, tief verschachtelte DOM-Strukturen und das Legacy-HTML-Markup der älteren Section-Architektur führen zu größeren HTML-Dateien und langsameren Ladezeiten.

Achtung: Google PageSpeed Insights und Core Web Vitals zeigen bei unkonfigurierten Elementor-Websites häufig schlechte Werte. Insbesondere der Largest Contentful Paint (LCP) und der Total Blocking Time (TBT) leiden unter dem hohen JavaScript-Aufkommen. Ohne gezielte Optimierungen kann dies das SEO-Ranking negativ beeinflussen.

Elementor AI

Seit 2023 integriert Elementor eine KI-Funktion direkt in den Editor. Elementor AI kann Texte generieren und umformulieren, Bilder auf Basis von Textbeschreibungen erstellen und sogar einfache Code-Widgets befüllen. Die Funktion ist in den Pro-Plänen enthalten und wird laufend erweitert. Für Nutzer, die schnell Platzhalterinhalte oder Entwurfstexte benötigen, ist dies eine praktische Ergänzung.

Tipp zur Performance: Aktiviere in den Elementor-Einstellungen unter „Experimentell" die Flexbox-Container und das optimierte CSS-Loading. Nutze zusätzlich ein Caching-Plugin wie WP Rocket und ein CDN, um die Ladezeiten trotz Elementors Overhead zu verbessern. Das Deaktivieren nicht benötigter Widgets über den Widget-Manager reduziert außerdem das geladene CSS.

Tipps für schnellere Elementor-Websites

Folgende Maßnahmen helfen, Elementor-Websites zu beschleunigen:

Vergleich: Elementor vs. Divi vs. Beaver Builder vs. Bricks Builder

Kriterium Elementor Divi Beaver Builder Bricks Builder
Preis (Pro) ab 59 $/Jahr 89 $/Jahr oder 249 $ einmalig ab 99 $/Jahr 79 $ einmalig
Performance Mittel (mit Optimierung) Mittel Gut Sehr gut
Features (Free) Umfangreich Eingeschränkt Eingeschränkt Vollversion
Theme Builder Ja (Pro) Ja (integriert) Ja (Pro) Ja (inklusive)
Gutenberg-Kompatibilität Parallel (kein Mix) Parallel (kein Mix) Gut Gut
Lernkurve Niedrig Niedrig Mittel Mittel bis hoch

Bricks Builder hat sich als leistungsstarke Alternative für Entwickler etabliert, die mehr Kontrolle über den generierten Code wünschen. Eine ausführliche Besprechung bietet die offizielle Bricks-Website. Beaver Builder punktet mit sehr sauberem Code-Output und ist besonders in Agenturumgebungen beliebt.

Fazit

Elementor bleibt trotz Kritik an der Performance die erste Wahl für viele WordPress-Nutzer, weil die Kombination aus kostenloser Einstiegshürde, großem Template-Angebot und mächtiger Pro-Version schwer zu schlagen ist. Wer Performance als höchste Priorität setzt, sollte Bricks Builder oder Beaver Builder in Betracht ziehen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Elementor kostenlos nutzbar?
Ja, die Basisversion von Elementor ist kostenlos im WordPress-Plugin-Verzeichnis verfügbar und enthält über 40 Widgets sowie grundlegende Template-Funktionen. Für den Theme Builder, den Popup Builder und erweiterte Widgets ist Elementor Pro erforderlich.
Kann ich Elementor und Gutenberg gleichzeitig nutzen?
Technisch ja, aber in der Praxis ist das wenig sinnvoll. Elementor und Gutenberg arbeiten als alternative Editoren – eine Seite wird in der Regel entweder mit Elementor oder mit Gutenberg bearbeitet. Das Mischen beider Editoren auf einer Seite führt häufig zu Formatierungsproblemen.
Wie viele Websites kann ich mit Elementor Pro betreiben?
Das hängt vom gewählten Lizenzmodell ab. Elementor Pro bietet Lizenzen für eine, drei oder unbegrenzt viele Websites. Agenturen wählen häufig die Agentur-Lizenz für bis zu 1000 Websites.
Verlangsamt Elementor meine WordPress-Website wirklich?
Ohne Optimierung ja. Elementor lädt standardmäßig umfangreiche CSS- und JS-Dateien. Mit den richtigen Einstellungen (Flexbox-Container, optimiertes Asset-Loading, Caching) lässt sich die Performance jedoch erheblich verbessern, sodass gute Core-Web-Vitals-Werte erreichbar sind.