Google Keyword Planner: Keywords für SEO und Google Ads recherchieren

Der Google Keyword Planner ist das offizielle Keyword-Recherche-Tool von Google und gehört zur Google-Ads-Plattform. Obwohl er primär für die Planung von Suchmaschinenwerbung entwickelt wurde, nutzen ihn viele SEO-Profis auch für die organische Keyword-Recherche – denn die Daten kommen direkt von Google und spiegeln das tatsächliche Suchverhalten wider. Dieser Artikel erklärt den Zugang, die wichtigsten Funktionen und wie man das Tool sinnvoll für organisches SEO einsetzen kann.

Was ist der Google Keyword Planner?

Der Google Keyword Planner ist ein kostenloses Tool innerhalb von Google Ads. Er wurde entwickelt, um Werbetreibenden bei der Auswahl von Keywords für ihre Anzeigenkampagnen zu helfen. Dazu liefert er Daten zu monatlichen Suchanfragen, Wettbewerb, Gebotsempfehlungen und saisonalen Trends. Da die Daten direkt aus Googles eigenem Suchnetzwerk stammen, gelten sie als besonders verlässlich – auch wenn Suchvolumen für Nicht-Werbetreibende nur als Ranges angezeigt werden.

Zugang: Google Ads-Konto erforderlich

Um den Keyword Planner zu nutzen, ist ein Google Ads-Konto notwendig. Die Registrierung ist kostenlos, aber Google versucht im Onboarding-Prozess, zur Erstellung einer ersten Kampagne zu drängen. Den Schritt "Kampagne erstellen" kann man übergehen, indem man am unteren Ende der Seite auf "Ohne Kampagne fortfahren" klickt. Wichtig: Wer kein aktives Werbebudget hinterlegt hat, sieht Suchvolumen-Daten nur als Ranges (z.B. "1.000–10.000"), keine genauen Monatszahlen. Werbetreibende mit laufenden Kampagnen erhalten exakte Werte.

Tipp: Selbst als SEO-Einsteiger ohne Werbebudget lohnt sich die Registrierung für ein Google Ads-Konto. Die Suchvolumen-Ranges reichen oft aus, um Keywords grob zu priorisieren. Alternativ kann man mit einem minimalen Testbudget von wenigen Euro genaue Zahlen freischalten.

Neue Keywords entdecken

Die Funktion "Neue Keywords entdecken" ist das Kernstück der Recherche. Man gibt ein oder mehrere Seed-Keywords oder eine Website-URL ein, und Google liefert eine Liste verwandter Keywords. Jeder Vorschlag enthält: monatliches Suchvolumen (oder Range), Wettbewerbsintensität (niedrig/mittel/hoch), oberes und unteres Gebots-Schätzwert für CPC sowie einen Trend-Verlauf über die letzten 12 Monate. Durch Eingabe einer Konkurrenz-URL lassen sich Keywords aufdecken, für die die betreffende Website optimiert ist – eine nützliche Methode für die Wettbewerbsanalyse.

Suchvolumen und Trends abrufen

Mit "Suchvolumen und Prognosen abrufen" kann man eine vorbereitete Liste von Keywords einfügen und alle Kennzahlen auf einmal abfragen. Das ist besonders effizient, wenn man bereits eine Liste aus anderen Quellen (AnswerThePublic, Ubersuggest, Brainstorming) gesammelt hat und diese nun mit echten Google-Daten anreichern möchte. Die Ergebnisse lassen sich nach Suchvolumen, Wettbewerb oder CPC sortieren und als CSV exportieren.

Monatliche Trends verstehen

Der Keyword Planner zeigt für jedes Keyword einen Trend-Graphen mit den monatlichen Suchanfragen der letzten 12 Monate. Das ist besonders wertvoll für saisonale Inhalte: Wer weiß, dass "Heizung entlüften" im September und Oktober Spitzenwerte erreicht, kann den entsprechenden Artikel rechtzeitig veröffentlichen oder aktualisieren. Auch langfristige Trends – ob ein Keyword wächst, stagniert oder abnimmt – sind so erkennbar.

Die Wettbewerbsspalte richtig lesen

Die Spalte "Wettbewerb" (niedrig/mittel/hoch) zeigt, wie viele Werbetreibende auf ein Keyword bieten. Dieser Wert bezieht sich ausschließlich auf Google Ads, nicht auf die organische Suche. Ein Keyword mit hohem Ads-Wettbewerb kann organisch trotzdem gut rankbar sein – und umgekehrt. Für SEO-Zwecke gilt: Hoher CPC weist auf kommerzielle Suchabsicht hin und kann ein Hinweis auf ein wertvolles Keyword sein, sagt aber nichts über die Schwierigkeit des organischen Rankings aus. Dafür braucht man ergänzende Tools wie SEMrush, Ahrefs oder Sistrix.

CPC-Gebotsschätzungen für SEO nutzen

Die CPC-Werte im Keyword Planner geben an, was Werbetreibende bereit sind, für einen Klick zu zahlen. Für SEO ist dieser Wert ein indirekter Indikator für die kommerzielle Relevanz eines Keywords: Hoher CPC bedeutet, dass Klicks aus dieser Suchanfrage offenbar konvertieren. Keywords mit hohem Suchvolumen und hohem CPC sind besonders attraktive Ziele für organische Content-Strategien, da sie Nutzer mit Kaufabsicht ansprechen.

Hinweis: Der Google Keyword Planner wurde für Google Ads optimiert, nicht für SEO. Er zeigt keine organischen Ranking-Schwierigkeiten, keine Backlink-Daten und keine SERP-Analysen. Wer eine vollständige SEO-Keyword-Strategie entwickeln möchte, sollte ihn mit einem dedizierten SEO-Tool kombinieren.

Export und Nutzung in der Content-Strategie

Alle Keyword-Ergebnisse können als CSV-Datei exportiert werden. Diese lässt sich dann in Google Sheets oder Excel weiterverarbeiten: nach Suchvolumen sortieren, nach Themen gruppieren, Prioritäten setzen und in einen Redaktionsplan überführen. Viele Content-Teams nutzen genau diesen Workflow: Ideenfindung mit AnswerThePublic oder Ubersuggest, Validierung mit dem Google Keyword Planner, Wettbewerbsanalyse mit SEMrush oder Ahrefs.

Google Keyword Planner im Vergleich zu anderen Tools

Kriterium Google Keyword Planner Ubersuggest (kostenlos) SEMrush Pro Ahrefs Lite
Preis kostenlos kostenlos 129 USD/Monat 129 USD/Monat
Datenquelle Google (direkt) Google + eigener Index eigener Index eigener Index
Genaue Suchvolumen nur mit Ads-Budget ja ja ja
Keyword-Difficulty nein ja ja ja
CPC-Daten ja ja ja ja
Saisonale Trends ja (12 Monate) eingeschränkt ja ja
Backlink-Analyse nein begrenzt ja sehr gut
CSV-Export ja eingeschränkt ja ja

Für Einsteiger ohne Budget ist der Google Keyword Planner oft der beste Startpunkt für die Keyword-Recherche – vorausgesetzt, man versteht seine Grenzen. Wer tiefer einsteigen möchte, kann Tools wie Ubersuggest (kostenlos) oder SEMrush (kostenpflichtig) ergänzend nutzen, um organische Schwierigkeitswerte und SERP-Analysen zu erhalten.

Häufige Fragen zum Google Keyword Planner

Brauche ich ein aktives Google Ads-Budget, um den Keyword Planner zu nutzen?
Nein, ein kostenloses Google Ads-Konto reicht aus. Ohne aktives Budget werden Suchvolumen jedoch nur als Ranges angezeigt, keine exakten Monatszahlen.
Kann ich den Google Keyword Planner für organische SEO nutzen?
Ja, die Daten sind für organische SEO nützlich: Suchvolumen, saisonale Trends und CPC-Werte helfen bei der Priorisierung von Keywords. Für Ranking-Schwierigkeiten und SERP-Analysen braucht man jedoch ein dediziertes SEO-Tool.
Was bedeutet die Wettbewerbsspalte im Keyword Planner?
Die Wettbewerbsangabe (niedrig/mittel/hoch) bezieht sich ausschließlich auf den Werbewettbewerb in Google Ads, nicht auf die organische Suchergebnisseite. Beide können sehr unterschiedlich sein.
Wie exportiere ich Keywords aus dem Google Keyword Planner?
In der Keyword-Ideen-Ansicht gibt es oben rechts einen Download-Button. Damit lassen sich alle angezeigten Keywords mit Suchvolumen, Wettbewerb und CPC-Daten als CSV-Datei herunterladen.