Cloud-Server müssen nicht teuer sein. Hetzner Cloud hat sich als einer der günstigsten und dennoch zuverlässigsten Cloud-Anbieter in Europa etabliert. Das 1997 gegründete deutsche Unternehmen betreibt eigene Rechenzentren und bietet virtuelle Server zu Preisen an, die deutlich unter denen amerikanischer Konkurrenten wie DigitalOcean oder AWS liegen. Wer einen VPS für Webprojekte, Entwicklungsumgebungen, Self-Hosted-Anwendungen oder kleine Produktionsdienste benötigt, findet bei Hetzner Cloud ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Servertypen und Preise
Hetzner Cloud unterscheidet grundlegend zwischen zwei Kategorien: Shared-vCPU-Server und Dedicated-vCPU-Server. Bei Shared-Instanzen teilen sich mehrere Kunden denselben physischen CPU-Kern, was zu gelegentlichen Leistungsschwankungen führen kann, aber deutlich günstiger ist. Dedicated-Instanzen garantieren exklusive CPU-Kerne und eignen sich für rechenintensive Workloads.
Der günstigste Einstieg ist der CX22: 2 vCPUs (shared AMD), 4 GB RAM, 40 GB NVMe-SSD und 20 TB Traffic kosten lediglich 3,85 €/Monat (Stand Mai 2026). Das ist ein Preis, für den man bei anderen Anbietern kaum 1 GB RAM bekommt. Die neueren ARM64-Instanzen der CAX-Serie sind in manchen Szenarien noch günstiger und energieeffizienter.
Rechenzentren und Standorte
Hetzner betreibt Rechenzentren an mehreren Standorten:
- Nürnberg (NBG1) und Falkenstein (FSN1) – Deutschland, ideal für europäische Nutzer und DSGVO-Compliance
- Helsinki (HEL1) – Finnland, powered by 100 % erneuerbarer Energie
- Ashburn (ASH) – Virginia, USA, für nordamerikanische Zielgruppen
- Hillsboro (HIL) – Oregon, USA
- Singapur (SIN) – für asiatisch-pazifische Nutzer
Für europäische Webprojekte sind Falkenstein oder Nürnberg die beste Wahl: niedrige Latenz zu deutschen und mitteleuropäischen Nutzern, Datenspeicherung innerhalb der EU und volle DSGVO-Konformität.
Netzwerk-Features: Floating IPs, Volumes und mehr
Hetzner Cloud bietet eine vollständige Palette an Netzwerk- und Speicher-Features, die über den reinen VPS hinausgehen:
- Floating IPs – statische IP-Adressen, die unabhängig vom Server existieren und zwischen Servern übertragen werden können, etwa für Zero-Downtime-Deployments
- Volumes – zusätzliche, persistent gespeicherte Block-Storage-Laufwerke, die unabhängig vom Server-Lifecycle existieren (ab 0,0476 €/GB/Monat)
- Private Networks – VLAN-ähnliche Netzwerke für die sichere Kommunikation mehrerer Server untereinander, ohne öffentliche IP
- Firewalls – cloudbasierte Paketfilter, die eingehenden und ausgehenden Traffic auf Port- und Protokollebene steuern
- Load Balancers – verteilen Traffic auf mehrere Server, inkl. Health Checks und automatischem SSL-Termination (ab 5,39 €/Monat)
- Snapshots – vollständige Momentaufnahmen eines Servers, die jederzeit wiederhergestellt oder für neue Server als Basis genutzt werden können (0,0119 €/GB/Monat)
Die Hetzner Cloud API
Hetzner Cloud bietet eine vollständige REST-API, über die sich alle Ressourcen programmatisch verwalten lassen. Die offizielle API-Dokumentation ist übersichtlich und vollständig. Neben der REST-API gibt es offizielle Clients für Go, Python und Terraform sowie Community-gepflegte SDKs für weitere Sprachen. Für Infrastructure-as-Code-Setups mit Terraform ist der Hetzner Cloud Terraform Provider besonders empfehlenswert und wird aktiv weiterentwickelt.
hcloud) installieren. Damit lassen sich Server, Firewalls, Snapshots und alle anderen Ressourcen bequem über die Kommandozeile steuern – ideal für Automatisierungsskripte und CI/CD-Pipelines.
Vergleich: Hetzner vs. DigitalOcean vs. Vultr vs. Contabo
| Anbieter | Preis für 4 GB RAM | vCPUs | Storage | Traffic inklusive | Standorte EU |
|---|---|---|---|---|---|
| Hetzner Cloud (CX22) | 3,85 €/Monat | 2 vCPUs (shared) | 40 GB NVMe | 20 TB | Ja (DE, FI) |
| DigitalOcean (Basic Droplet) | ca. 24 $/Monat | 2 vCPUs (shared) | 80 GB SSD | 4 TB | Ja (AMS, FRA, LON) |
| Vultr (Regular Cloud) | ca. 20 $/Monat | 2 vCPUs (shared) | 80 GB NVMe | 3 TB | Ja (AMS, FRA, LON, WAR) |
| Contabo (Cloud VPS S) | ca. 6,99 €/Monat | 4 vCPUs (shared) | 200 GB NVMe | 32 TB | Ja (DE, GB, EU) |
Hetzner gewinnt beim reinen Preis-pro-RAM-Verhältnis gegenüber DigitalOcean und Vultr deutlich. Contabo bietet auf dem Papier noch mehr Ressourcen für weniger Geld, hat aber historisch schlechtere Netzwerkqualität und ein eingeschränkteres Feature-Set im Cloud-Bereich. Für die meisten Anwendungsfälle ist Hetzner Cloud die beste Kombination aus Preis, Qualität und europäischem Datenschutz.
Setup-Guide: SSH-Key hinterlegen und Server erstellen
Der folgende Ablauf beschreibt, wie man einen neuen Ubuntu-22.04-Server bei Hetzner Cloud einrichtet – von der SSH-Key-Generierung bis zum ersten Login.
Schritt 1: SSH-Schlüsselpaar erstellen
Auf dem lokalen Rechner öffnet man ein Terminal und erzeugt ein neues Ed25519-Schlüsselpaar:
ssh-keygen -t ed25519 -C "mein-hetzner-server"
Den Standardpfad (~/.ssh/id_ed25519) bestätigt man mit Enter und vergibt eine sichere Passphrase. Danach gibt man den öffentlichen Schlüssel aus:
cat ~/.ssh/id_ed25519.pub
Schritt 2: SSH-Key im Hetzner Cloud Console hinterlegen
In der Hetzner Cloud Console navigiert man zu „Security → SSH Keys" und klickt auf „Add SSH Key". Den kopierten öffentlichen Schlüssel fügt man ein und vergibt einen sprechenden Namen.
Schritt 3: Server erstellen
Unter „Servers → Add Server" wählt man:
- Location: Falkenstein (FSN1) oder Nürnberg (NBG1) für optimale EU-Latenz
- Image: Ubuntu 22.04 LTS
- Type: Shared vCPU, CX22 (2 vCPUs, 4 GB RAM)
- Networking: Public IPv4 und IPv6 aktivieren
- SSH Keys: Den zuvor hinterlegten Key auswählen
- Firewall: Optional eine vorab konfigurierte Firewall-Regel anhängen
Nach dem Klick auf „Create & Buy Now" ist der Server in der Regel innerhalb von 30 Sekunden bereit.
Schritt 4: Erster Login per SSH
Die öffentliche IP-Adresse erscheint direkt in der Server-Übersicht. Den ersten Login führt man als root aus:
ssh -i ~/.ssh/id_ed25519 root@<SERVER-IP>
Nach dem Login empfiehlt sich als erstes eine Systemaktualisierung sowie das Anlegen eines neuen, unprivilegierten Benutzers mit sudo-Rechten, um Root-Logins zu deaktivieren. Das erhöht die Sicherheit erheblich und entspricht den Best Practices für Linux-Server.
ufw (Uncomplicated Firewall) installieren und nur die benötigten Ports freigeben (mindestens SSH auf Port 22 einschränken und alle anderen Ports schließen).
FAQ
- Gibt es bei Hetzner Cloud eine stündliche Abrechnung?
- Ja, alle Hetzner-Cloud-Ressourcen werden stündlich abgerechnet und am Monatsende summiert. Wird ein Server gelöscht, zahlt man nur für die tatsächlich genutzten Stunden. Der monatliche Preis ist die Obergrenze – mehr als den angezeigten Monatspreis zahlt man nie, egal wie oft man Server erstellt und löscht.
- Was passiert mit meinen Daten, wenn ich einen Server lösche?
- Beim Löschen eines Servers werden alle darauf gespeicherten Daten unwiderruflich entfernt. Wer Daten dauerhaft sichern möchte, sollte vorher einen Snapshot erstellen oder wichtige Daten auf ein Volume auslagern, das unabhängig vom Server weiterbesteht. Backups kann man auch als automatisierte tägliche Snapshot-Funktion aktivieren (kostenpflichtig, ca. 20 % Aufschlag auf den Serverpreis).
- Unterstützt Hetzner Cloud IPv6?
- Ja, jeder Hetzner-Cloud-Server erhält automatisch eine IPv6-Adresse kostenlos. IPv4-Adressen sind seit 2023 mit einem kleinen Aufpreis (0,001 €/Stunde = ca. 0,72 €/Monat) verbunden, da globale IPv4-Adressen knapp und teuer geworden sind. Wer keine öffentliche IPv4-Adresse benötigt, kann diese weglassen und nur IPv6 nutzen.
- Kann ich Windows auf einem Hetzner-Cloud-Server betreiben?
- Nein, Hetzner Cloud bietet standardmäßig keine Windows-Images an. Das Angebot beschränkt sich auf Linux-Distributionen (Ubuntu, Debian, CentOS, Fedora, Rocky Linux, AlmaLinux) sowie gängige Anwendungs-Images wie Docker, WordPress und LAMP. Wer Windows benötigt, muss auf die Hetzner Dedicated Server zurückgreifen, bei denen Windows-Lizenzen verfügbar sind.