KFZ-Steuer erklärt: wie sie sich aus Hubraum und CO2 berechnet

Jeder, der in Deutschland ein Auto zulässt, zahlt sie: die Kraftfahrzeugsteuer, kurz KFZ-Steuer. Sie wird vom Zoll erhoben und richtet sich seit der Reform vor allem nach zwei Größen – dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß. Wer ein neues Auto kauft, sollte die jährliche Belastung kennen, denn sie kann je nach Fahrzeug zwischen wenigen Euro und mehreren hundert Euro pro Jahr liegen. Dieser Artikel erklärt die Berechnung verständlich.

Die zwei Bausteine der KFZ-Steuer

Für Personenkraftwagen mit Erstzulassung ab Juli 2009 setzt sich die Steuer aus zwei Teilen zusammen:

Beide Beträge werden addiert und ergeben die jährliche KFZ-Steuer. Mit dem KFZ-Steuer Schätzer gibst du Hubraum, CO2-Ausstoß und Kraftstoffart ein und erhältst eine schnelle Schätzung der Jahressteuer – praktisch, bevor du ein Fahrzeug kaufst oder zulässt.

Der Hubraumanteil im Detail

Der Hubraum wird pro angefangene 100 cm³ besteuert. Dabei gelten unterschiedliche Sätze je nach Kraftstoff:

Diesel werden also beim Hubraum deutlich höher besteuert. Das gleicht sich teilweise durch den günstigeren Kraftstoffpreis aus, ist beim Kostenvergleich aber wichtig. "Angefangene 100 cm³" bedeutet: Ein Motor mit 1.598 cm³ wird wie 1.600 cm³ behandelt, also auf 16 Einheiten aufgerundet.

Der CO2-Anteil und der Freibetrag

Der zweite Baustein bestraft hohen Schadstoffausstoß. Es gibt einen Freibetrag (für viele Erstzulassungen liegt er bei 95 g CO2/km), bis zu dem kein CO2-Aufschlag anfällt. Alles darüber wird gestaffelt besteuert: Je höher der Ausstoß, desto höher der Satz pro Gramm. Für besonders emissionsstarke Fahrzeuge steigt der Satz in mehreren Stufen an.

Diese Staffelung soll einen Anreiz für sparsame Fahrzeuge schaffen. Ein verbrauchsarmer Kleinwagen zahlt oft gar keinen oder nur einen geringen CO2-Anteil, während ein großer SUV hier den Löwenanteil der Steuer trägt.

Befreiungen und Sonderfälle

Nicht jedes Fahrzeug zahlt KFZ-Steuer:

Für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor Juli 2009 gelten teils ältere Berechnungsmodelle ohne CO2-Komponente.

Warum die Schätzung beim Autokauf hilft

Die KFZ-Steuer ist ein fixer jährlicher Kostenblock, der über die gesamte Haltedauer anfällt. Bei zwei ähnlich teuren Fahrzeugen kann ein Diesel mit großem Hubraum spürbar teurer in der Steuer sein als ein sparsamer Benziner. Eine Schätzung vor dem Kauf macht solche Unterschiede sichtbar und gehört in jede ehrliche Kostenrechnung.

Weitere Auto-Rechner

Die Steuer ist nur ein Baustein der Gesamtkosten. Ergänzend lohnt der Wertverlust Auto Rechner, um den oft größten Kostenfaktor abzuschätzen, sowie der Verbrauch pro 100 km Rechner für die laufenden Spritkosten. Alle Werkzeuge findest du unter kotsch.tech/webtools.

Häufige Fragen

Wonach richtet sich die KFZ-Steuer in Deutschland?

Für Pkw mit Erstzulassung ab Juli 2009 nach Hubraum und CO2-Ausstoß. Beide Anteile werden addiert und ergeben die Jahressteuer.

Warum zahlen Diesel mehr Steuer?

Weil der Hubraumsatz für Diesel mit rund 9,50 Euro je 100 cm³ deutlich höher liegt als die rund 2 Euro für Benziner. Der niedrigere Spritpreis gleicht das teilweise aus.

Sind Elektroautos von der KFZ-Steuer befreit?

Reine E-Autos sind bei Erstzulassung in einem festgelegten Zeitfenster für mehrere Jahre vollständig steuerbefreit. Danach gilt ein ermäßigter Satz.