Viele Krypto-Anleger schauen nur auf den Kursunterschied zwischen Kauf und Verkauf und glauben, das sei ihr Gewinn. In Wirklichkeit fressen Handelsgebühren, Spreads und am Ende oft die Steuer einen spürbaren Teil davon auf. Dieser Artikel zeigt dir, wie du deinen tatsächlichen Gewinn aus einem Krypto-Trade sauber berechnest und welche Posten du dabei nicht vergessen darfst.
Der Bruttogewinn: Kurs gegen Kurs
Der erste, einfachste Schritt ist der reine Kursgewinn. Du multiplizierst die gehaltene Menge mit dem Verkaufspreis und ziehst davon den ursprünglichen Kaufwert ab. Hast du zum Beispiel Coins für 1.000 Euro gekauft und für 1.400 Euro verkauft, beträgt dein Bruttogewinn 400 Euro. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn zwei Gebühren fehlen noch.
Gebühren: der unterschätzte Posten
Auf den meisten Börsen zahlst du eine Gebühr sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf. Diese liegt typischerweise zwischen 0,1 und 1,5 Prozent pro Order, je nach Plattform und Handelsvolumen. Klingt wenig, aber sie fällt zweimal an, und bei aktivem Handel summiert sich das.
- Kaufgebühr: wird auf den Einkaufsbetrag berechnet und erhöht deine tatsächlichen Anschaffungskosten.
- Verkaufsgebühr: wird vom Verkaufserlös abgezogen und mindert direkt deinen Gewinn.
- Spread: die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, eine indirekte Gebühr, die du leicht übersiehst.
Erst wenn du beide Gebühren vom Bruttogewinn abziehst, erhältst du den echten Nettogewinn. Genau diese Rechnung nimmt dir der Krypto Gewinn Rechner ab: Du gibst Kaufpreis, Verkaufspreis und Gebühren ein und siehst sofort, was nach allen Kosten übrig bleibt.
Die prozentuale Rendite einordnen
Der absolute Gewinn in Euro allein sagt wenig aus. 400 Euro Gewinn aus 1.000 Euro Einsatz sind eine Rendite von 40 Prozent, dieselben 400 Euro aus 10.000 Euro nur 4 Prozent. Die prozentuale Rendite macht unterschiedliche Trades erst vergleichbar. Mit dem Krypto Gewinn Rechner bekommst du neben dem Euro-Betrag auch direkt diese Prozentzahl, sodass du deine Trades realistisch bewerten kannst.
Steuer nicht vergessen
In Deutschland gelten Kryptowährungen als private Veräußerungsgeschäfte. Vereinfacht gesagt: Verkaufst du deine Coins innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn, ist dieser steuerpflichtig, sofern die gesamten privaten Veräußerungsgewinne im Jahr eine Freigrenze übersteigen. Hältst du länger als ein Jahr, ist der Gewinn in der Regel steuerfrei.
Wichtig: Maßgeblich ist der Gewinn, nicht der Verkaufserlös. Die Berechnung deines Nettogewinns ist also die Grundlage für die spätere Steuererklärung. Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung, aber er hilft dir, die richtige Ausgangszahl zu kennen. Im Zweifel solltest du einen Steuerberater hinzuziehen.
Den Wert deiner Coins verstehen
Bevor du überhaupt einen Gewinn berechnest, lohnt es sich, die Einheiten deiner Coins zu verstehen. Gerade bei Bitcoin rechnest du oft in Satoshi statt in ganzen Coins. Wie diese Einheiten zusammenhängen, erklärt der Bitcoin Satoshi Rechner. Wer regelmäßig in Raten oder per Sparplan kauft, findet weitere passende Werkzeuge in der Übersicht unter kotsch.tech/webtools.
Häufige Fragen
Zählt der Spread als Gebühr?
Indirekt ja. Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und verteuert deinen Einstieg. Rechne ihn gedanklich zu den Gebühren, wenn du den realen Gewinn abschätzen willst.
Wie berücksichtige ich mehrere Käufe zu unterschiedlichen Preisen?
Dann bildest du einen durchschnittlichen Einstandskurs aus allen Käufen. Auf diesen Mischpreis beziehst du anschließend deinen Verkaufsgewinn.
Muss ich auch Verluste festhalten?
Ja, das lohnt sich. Verluste aus Krypto-Geschäften lassen sich unter bestimmten Bedingungen mit Gewinnen verrechnen. Eine saubere Dokumentation jedes Trades ist daher sinnvoll.