Kursgewinn berechnen: Was vom Aktienverkauf übrig bleibt

Eine Aktie für 50 Euro gekauft, für 70 Euro verkauft – macht 20 Euro Gewinn pro Stück, oder? So einfach ist es leider nicht. Zwischen dem nominalen Kursanstieg und dem Betrag, der am Ende auf deinem Konto landet, stehen Ordergebühren und die Abgeltungssteuer. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du den tatsächlichen Kursgewinn sauber berechnest.

Die Grundformel: Verkaufserlös minus Kaufpreis

Der rohe Kursgewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs, multipliziert mit der Stückzahl:

Kursgewinn (brutto) = (Verkaufskurs − Kaufkurs) × Stückzahl

Beispiel: 20 Aktien, Kaufkurs 50 Euro, Verkaufskurs 70 Euro. Das ergibt (70 − 50) × 20 = 400 Euro Bruttogewinn. Das ist aber erst der Anfang der Rechnung. Mit dem Kursgewinn Rechner trägst du Kauf, Verkauf, Stückzahl und Gebühren ein und siehst direkt den Gewinn nach Kosten.

Gebühren auf beiden Seiten abziehen

Du zahlst Ordergebühren sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf. Bei jeweils 5 Euro reduzieren diese 10 Euro deinen Bruttogewinn auf 390 Euro. Bei kleinen Positionen können die Gebühren einen erstaunlich großen Anteil ausmachen – ein Grund, warum sich Kleinstorders oft nicht lohnen. Wie sich die reinen Handelskosten je nach Broker zusammensetzen, kannst du mit dem Trade Gebühren Rechner im Detail nachvollziehen.

Die Abgeltungssteuer auf Kursgewinne

In Deutschland unterliegen realisierte Kursgewinne der Abgeltungssteuer von 25 %, zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer (8 oder 9 %). In Summe ergibt das eine effektive Belastung von rund 26,4 % bis etwa 28 %.

Wichtig: Jeder Anleger hat einen jährlichen Sparer-Pauschbetrag (1.000 Euro für Einzelpersonen, 2.000 Euro für zusammen veranlagte Paare). Gewinne bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei, sofern du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank eingerichtet hast. Erst der darüber liegende Betrag wird besteuert.

Prozentuale Rendite richtig einordnen

Der absolute Gewinn allein sagt wenig aus. Aussagekräftiger ist die prozentuale Rendite, also der Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Im Beispiel hast du 20 × 50 = 1.000 Euro investiert. Ein Nettogewinn von 287 Euro entspricht rund 28,7 % Rendite – allerdings ohne Berücksichtigung der Haltedauer.

Erst wenn du die Rendite auf ein Jahr umrechnest, wird sie über verschiedene Anlagen vergleichbar. Eine Verdopplung über zehn Jahre klingt gut, entspricht aber nur rund 7 % pro Jahr.

Verluste verrechnen nicht vergessen

Realisierte Verluste aus Aktienverkäufen kannst du mit Gewinnen verrechnen und so deine Steuerlast senken. Banken führen dafür einen Verlustverrechnungstopf. Wer in einem Jahr Gewinne und Verluste hat, zahlt nur auf den Saldo Steuern. Diese Möglichkeit lassen viele Anleger ungenutzt.

Der Durchschnittskurs als Basis

Wenn du eine Position über mehrere Käufe aufgebaut hast, ist nicht der erste Kaufkurs relevant, sondern dein durchschnittlicher Einstandskurs. Diesen ermittelst du mit dem Cost Average Rechner und nutzt ihn anschließend als Kaufkurs in deiner Gewinnberechnung. Weitere passende Tools findest du in den kostenlosen Webtools.

Häufige Fragen

Muss ich Kursgewinne selbst ans Finanzamt melden?

Bei einer deutschen Depotbank wird die Abgeltungssteuer automatisch einbehalten und abgeführt. Bei ausländischen Brokern musst du die Gewinne in der Steuererklärung selbst angeben.

Zählt nur der realisierte Gewinn?

Ja. Solange du die Aktie hältst, ist der Buchgewinn steuerfrei. Erst beim Verkauf wird der Gewinn realisiert und steuerpflichtig. Kursschwankungen im Depot lösen keine Steuer aus.

Wie wirkt sich der Sparer-Pauschbetrag aus?

Gewinne bis 1.000 Euro pro Jahr (Einzelperson) bleiben steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt. Nur der darüber hinausgehende Teil wird mit rund 26,4 % belastet.