Beim Konfigurieren eines Servers, beim Öffnen einer Firewall oder beim Debuggen einer Verbindung begegnen einem ständig Zahlen wie 80, 443 oder 22. Das sind Ports – und wer ihre Logik versteht, spart sich viel Rätselraten. Dieser Ratgeber erklärt, was Ports sind, wie sie eingeteilt werden und welche Portnummern du dir merken solltest.
Was ist ein Port?
Eine IP-Adresse bringt ein Datenpaket zum richtigen Gerät. Aber auf einem Gerät laufen viele Programme gleichzeitig – ein Webserver, ein Mailserver, ein SSH-Dienst. Der Port ist die zusätzliche Adresse, die das richtige Programm benennt. Man kann sich die IP-Adresse als Hausnummer vorstellen und den Port als Wohnungsnummer im Haus.
Ports sind 16-Bit-Zahlen, es gibt also Werte von 0 bis 65535. Sie gehören immer zu einem Transportprotokoll – meist TCP (verbindungsorientiert, zuverlässig) oder UDP (verbindungslos, schnell). Derselbe Port kann unter TCP und UDP unterschiedlich belegt sein.
Die drei Portbereiche
Die IANA, die zentrale Vergabestelle, teilt den Portraum in drei Bereiche:
- Well-known Ports (0–1023): Fest vergebene Standardports für etablierte Dienste wie HTTP, HTTPS oder SSH. Auf den meisten Systemen darf nur ein Prozess mit Administratorrechten hier lauschen.
- Registered Ports (1024–49151): Bei der IANA registrierte Ports für bestimmte Anwendungen, etwa Datenbanken oder Anwendungsserver. Nutzbar ohne erhöhte Rechte.
- Dynamische / ephemere Ports (49152–65535): Werden vom Betriebssystem spontan für ausgehende Verbindungen vergeben und nach Gebrauch wieder freigegeben.
Mit dem Port Spicker schlägst du eine Portnummer nach und siehst sofort, welcher Dienst typischerweise dahintersteckt – praktisch, wenn dir beim Log-Lesen eine unbekannte Zahl begegnet.
Die wichtigsten Standard-Ports
Diese gehören zum Grundwissen und tauchen ständig auf:
- 20 / 21 – FTP: Dateiübertragung (Daten- und Steuerkanal).
- 22 – SSH: Verschlüsselter Fernzugriff und sichere Dateiübertragung (SCP, SFTP).
- 25 – SMTP: Versand von E-Mails zwischen Servern.
- 53 – DNS: Auflösung von Domainnamen in IP-Adressen.
- 80 – HTTP: Unverschlüsselter Webverkehr.
- 443 – HTTPS: Verschlüsselter Webverkehr per TLS.
- 3306 – MySQL: Standardport für die MySQL/MariaDB-Datenbank.
- 5432 – PostgreSQL: Standardport für die PostgreSQL-Datenbank.
- 3389 – RDP: Remote Desktop unter Windows.
Warum die Portnummer nicht in Stein gemeißelt ist
Ein häufiges Missverständnis: Ein Dienst sei an seinen Standardport gebunden. Tatsächlich ist die Zuordnung nur Konvention. Du kannst einen Webserver auch auf Port 8080 betreiben oder SSH auf einen anderen Port legen – Letzteres ist eine beliebte (wenn auch schwache) Maßnahme, um automatisierte Angriffe auf Port 22 zu reduzieren. Wichtig ist nur, dass Client und Server denselben Port verwenden.
Ports und Firewalls
Firewalls entscheiden anhand von Portnummern, welcher Verkehr erlaubt ist. "Port 443 öffnen" heißt, eingehende HTTPS-Verbindungen zuzulassen. Aus Sicherheitsgründen sollte man nur die Ports öffnen, die wirklich gebraucht werden – jeder offene Port ist eine potenzielle Angriffsfläche. Beim Aufsetzen eines Servers lohnt es sich daher, genau zu wissen, welcher Port wofür steht.
So gehst du vor
Tippe im Port Spicker eine Portnummer ein und du bekommst den zugehörigen Dienst und Bereich angezeigt. Brauchst du beim Aufbau eines Netzes außerdem die Adressgrenzen, hilft der Subnetz Rechner, und zum Einordnen einer IP-Adresse der IP-Klasse Rechner. Alle Netzwerk- und Developer-Tools findest du unter kotsch.tech/webtools.
Häufige Fragen
Was bedeutet "Port ist belegt"?
Es lauscht bereits ein Prozess auf diesem Port. Pro Protokoll kann immer nur ein Programm einen bestimmten Port gleichzeitig binden. Beende den anderen Dienst oder wähle einen freien Port.
Warum nutzt mein Webserver Port 8080 statt 80?
Ports unter 1024 erfordern oft Administratorrechte. Während der Entwicklung weicht man deshalb gern auf 8080 aus, der ohne erhöhte Rechte nutzbar ist und sich die "80" leicht merken lässt.
Ist UDP-Port 53 dasselbe wie TCP-Port 53?
Beide gehören zu DNS, aber es sind getrennte Kanäle. DNS nutzt überwiegend UDP für schnelle Anfragen und greift bei größeren Antworten oder Zonentransfers auf TCP zurück. Die Portnummer ist gleich, das Protokoll nicht.