Auf der Verpackung steht 10.000 mAh, dein Handy hat einen 5000-mAh-Akku, also lädt die Powerbank das Smartphone genau zweimal voll? Leider nein. In der Praxis reicht es meist nur für etwa anderthalb Ladungen. Diese Lücke sorgt für viel Verwirrung und gelegentlich für Ärger über vermeintlich falsche Herstellerangaben. Tatsächlich stimmt die Zahl auf der Powerbank meistens, sie wird nur falsch interpretiert. Hier erfährst du, warum.
Das Grundproblem: mAh ohne Spannung sagt wenig
Die Kapazitätsangabe in Milliamperestunden (mAh) bezieht sich auf die internen Akkuzellen der Powerbank. Diese arbeiten mit einer Zellspannung von typisch 3,7 Volt. Der USB-Ausgang liefert aber 5 Volt (oder bei Schnellladung mehr). Energie bleibt bei der Umwandlung erhalten, also muss bei höherer Spannung die nutzbare mAh-Zahl sinken.
Die ehrliche Größe ist deshalb die Energie in Wattstunden (Wh):
- Wh = (mAh × Zellspannung) / 1000
Eine 10.000-mAh-Powerbank speichert also 10.000 × 3,7 / 1000 = 37 Wh. Auf 5 Volt umgerechnet entspricht das nominell nur 37 / 5 × 1000 = 7400 mAh am Ausgang, noch bevor irgendein Verlust passiert ist.
Die zweite Hürde: der Wirkungsgrad
Die Spannungswandlung von 3,7 auf 5 Volt geschieht in einem elektronischen Wandler, der nicht verlustfrei arbeitet. Hinzu kommen Verluste in den Kabeln und in der Ladeelektronik deines Handys. In Summe geht typischerweise ein Viertel bis ein Drittel der Energie verloren. Realistisch sind 60 bis 75 Prozent Gesamtwirkungsgrad.
Mit dem Powerbank Rechner musst du diese Kette nicht im Kopf durchrechnen: Du gibst die Kapazität der Powerbank, die Akkugröße deines Geräts und einen Wirkungsgrad an und bekommst sofort die realistische Anzahl der Ladungen.
Die vollständige Rechnung an einem Beispiel
Nehmen wir die 10.000-mAh-Powerbank und ein Handy mit 5000-mAh-Akku:
- Nominell: 10.000 mAh Powerbank, 5000 mAh Handy → theoretisch 2 Ladungen
- Spannungskorrektur (3,7 V auf 5 V): real nutzbar etwa 7400 mAh
- Wirkungsgrad 70 Prozent: tatsächlich nutzbar rund 5180 mAh
- Geteilt durch 5000 mAh Handyakku: etwa 1 volle Ladung plus ein kleiner Rest
Das deckt sich mit der Alltagserfahrung. Wer mit einer 10.000-mAh-Powerbank rechnet, sollte also von ein bis anderthalb Vollladungen eines modernen Smartphones ausgehen, nicht von zwei.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Wh statt nur mAh vergleichen: Gute Hersteller geben die Wattstunden an. Das ist der einzige fair vergleichbare Wert, besonders beim Fliegen, wo Powerbanks meist auf 100 Wh begrenzt sind.
- Schnellladung kostet Wirkungsgrad: Höhere Spannungen wie bei USB Power Delivery laden schneller, erzeugen aber mehr Abwärme und damit etwas mehr Verlust.
- Selbstentladung: Eine Powerbank verliert auch ungenutzt über Wochen Ladung. Vor einer Reise lohnt das vollständige Aufladen kurz vorher.
- Gewicht und Größe: Mehr Kapazität bedeutet mehr Gewicht. Für den Alltag reicht oft eine kompaktere Variante, die ein bis zwei Ladungen schafft.
Verwandte Rechnungen
Wenn du wissen willst, wie lange ein bestimmtes Gerät an einer Ladung durchhält, hilft der Akkulaufzeit Rechner, der aus Kapazität und Stromaufnahme die Laufzeit ableitet. Weitere praktische Helfer für Technik und Alltag findest du in der Übersicht der Webtools.
Fazit
Eine Powerbank lädt dein Handy seltener voll, als die mAh-Zahl glauben macht, und das ist physikalisch völlig normal. Die Spannungswandlung von 3,7 auf 5 Volt und der Wirkungsgrad von rund 70 Prozent erklären die Differenz vollständig. Wer mit Wattstunden statt mit nackten mAh rechnet, trifft realistische Erwartungen. Den schnellsten Überblick gibt der Powerbank Rechner.