Preis pro Quadratmeter: So vergleichst du Immobilien richtig

Wenn du Wohnungen oder Häuser vergleichst, ist der absolute Preis fast nutzlos. Eine Wohnung für 320.000 Euro sagt dir nichts, solange du nicht weißt, wie groß sie ist. Genau dafür gibt es den Preis pro Quadratmeter: Er macht Objekte unterschiedlicher Größe direkt vergleichbar und ist die wichtigste Kennzahl auf dem Immobilienmarkt.

Was der Quadratmeterpreis aussagt

Der Quadratmeterpreis (oft als €/m² abgekürzt) gibt an, wie viel ein einzelner Quadratmeter Wohnfläche kostet. Beim Kauf bezieht er sich auf den Kaufpreis, bei der Miete auf die Kaltmiete pro Monat. Die Formel ist denkbar einfach:

Beispiel: Eine 80-m²-Wohnung kostet 320.000 Euro. Der Quadratmeterpreis beträgt 320.000 ÷ 80 = 4.000 €/m². Mit dem Preis pro Quadratmeter Rechner berechnest du das in Sekunden und kannst auch rückwärts rechnen: Wenn du einen marktüblichen Quadratmeterpreis kennst, ergibt sich daraus ein fairer Gesamtpreis.

Wohnfläche ist nicht gleich Grundfläche

Der häufigste Fehler beim Vergleich: Käufer rechnen mit unterschiedlichen Flächenbegriffen. Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) regelt in Deutschland genau, was zählt. Dachschrägen unter einem Meter Höhe zählen gar nicht, Flächen zwischen einem und zwei Metern nur zur Hälfte. Balkone und Terrassen werden meist nur zu 25 bis 50 Prozent angerechnet.

Wenn ein Inserat eine "Grundfläche" oder "Nutzfläche" angibt statt der Wohnfläche, ist der Quadratmeterpreis nicht direkt mit anderen Angeboten vergleichbar. Frag im Zweifel immer nach, auf welcher Basis die Quadratmeterzahl berechnet wurde.

Regionale Unterschiede sind enorm

Ein Quadratmeterpreis hat ohne Ortsbezug keine Aussagekraft. In München liegen die Kaufpreise für Bestandswohnungen häufig bei 8.000 bis 11.000 €/m², in vielen ländlichen Regionen Ostdeutschlands bei unter 1.500 €/m². Selbst innerhalb einer Stadt schwankt der Wert je nach Lage, Baujahr und Zustand stark.

Vergleiche deshalb immer nur Objekte in vergleichbarer Lage. Marktberichte der Gutachterausschüsse und lokale Bodenrichtwerte geben dir eine realistische Spanne für deine Region vor.

Was der Quadratmeterpreis nicht zeigt

Die Kennzahl ist ein guter erster Filter, aber kein vollständiges Urteil. Ein günstiger Quadratmeterpreis kann teuer werden, wenn ein Sanierungsstau, eine schlechte Energiebilanz oder hohe Nebenkosten dahinterstecken. Berücksichtige beim Kauf zusätzlich die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler), die je nach Bundesland zehn bis fünfzehn Prozent ausmachen können.

Auch der Zuschnitt zählt: Zwei Wohnungen mit identischem Quadratmeterpreis sind nicht gleich viel wert, wenn eine davon einen unpraktischen Grundriss mit langen Fluren hat. Quadratmeter, die du nicht sinnvoll nutzen kannst, bezahlst du trotzdem mit.

Kauf oder Miete einordnen

Mit dem Quadratmeterpreis kannst du auch beurteilen, ob sich Kaufen oder Mieten eher lohnt. Ein häufig genutzter Anhaltspunkt ist der Kaufpreisfaktor (Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete). Wenn du wissen willst, ob sich eine Immobilie als Kapitalanlage rechnet, hilft dir ergänzend der Mietrendite Rechner, um Brutto- und Nettorendite zu ermitteln. Wer regelmäßig mit Immobilien- und Finanzkennzahlen arbeitet, findet in unserer Sammlung kostenloser Webtools weitere passende Rechner.

Häufige Fragen

Zählt der Keller zur Wohnfläche?

Nein. Kellerräume, Garagen und Dachböden gelten als Zubehörflächen und zählen nach der Wohnflächenverordnung nicht zur Wohnfläche. Sie steigern den Wert einer Immobilie zwar, fließen aber nicht in den klassischen Quadratmeterpreis ein.

Ist ein höherer Quadratmeterpreis immer schlechter?

Nicht zwingend. Ein höherer Preis kann durch bessere Lage, höhere Ausstattungsqualität, einen Neubaustandard oder eine gute Energiebilanz gerechtfertigt sein. Der Quadratmeterpreis ist ein Vergleichswerkzeug, kein Qualitätsurteil.