Regenwasser zu sammeln ist eine der einfachsten Massnahmen, um Trinkwasser und Geld zu sparen, gerade in trockenen Sommern, wenn der Garten viel Wasser braucht. Doch wie gross sollte die Regentonne sein, und wie viel Wasser faellt ueberhaupt von deinem Dach? Das laesst sich mit einer simplen Formel ausrechnen. Mit dem Regentonnen-Volumen-Rechner gibst du einfach Dachflaeche und Niederschlag ein und bekommst die sammelbare Menge.
Die Formel hinter der Regenwassermenge
Die Berechnung ist erstaunlich geradlinig. Ein Millimeter Niederschlag bedeutet einen Liter Wasser pro Quadratmeter Flaeche. Die Grundformel lautet:
Sammelmenge (Liter) = Dachflaeche (m²) x Niederschlag (mm) x Abflussbeiwert
Entscheidend ist die projizierte Dachflaeche, also die Grundflaeche von oben betrachtet, nicht die schraege Dachhaut. Der Abflussbeiwert beruecksichtigt, dass nicht jeder Tropfen ankommt: Ein Teil verdunstet oder bleibt auf der Oberflaeche haengen. Fuer glatte Ziegel- oder Blechdaecher liegt er bei etwa 0,8, fuer raue oder begruente Daecher niedriger.
Ein Beispiel: Eine Dachhaelfte von 50 Quadratmetern fangt bei 30 Millimetern Regen und einem Beiwert von 0,8 rund 1.200 Liter auf, das fuellt mehr als sechs 200-Liter-Tonnen an einem einzigen kraeftigen Regentag.
Wie gross sollte die Regentonne sein?
Hier liegt der haeufigste Denkfehler: Eine grosse Dachflaeche bringt nichts, wenn die Tonne nach dem ersten Schauer ueberlaeuft. Die Tonnengroesse sollte zum Verbrauch passen, nicht nur zur Sammelmenge. Fuer einen kleinen Garten reicht oft eine 200- bis 300-Liter-Tonne. Wer ein Hochbeet, Rasen und viele Kuebelpflanzen versorgt, profitiert von 500 bis 1.000 Litern, etwa als IBC-Container oder Tank.
Faustregel: In Deutschland fallen im Jahresschnitt rund 700 bis 900 Millimeter Niederschlag. Verteilt aufs Jahr liefert selbst ein kleines Dach mehr Wasser, als eine einzelne Tonne fassen kann. Mehrere verbundene Tonnen oder ein groesserer Speicher holen deutlich mehr heraus.
Wofuer Regenwasser nutzen?
- Garten giessen: Der Klassiker. Pflanzen vertragen kalkfreies Regenwasser sogar besser als Leitungswasser.
- Rasen und Hochbeete: In Trockenphasen der groesste Verbraucher und damit die groesste Ersparnis.
- Putzwasser und Auto: Fuer Terrasse, Gehweg oder Fahrradwaesche ideal.
- Toilettenspuelung: Mit Zisterne und Pumpe technisch moeglich, spart spuerbar Trinkwasser, erfordert aber Installation.
Wie viel Geld das Sammeln spart, haengt vom oertlichen Wasserpreis ab. Mit dem Wasserkosten-Rechner kannst du die ersparten Kosten pro Jahr ueberschlagen. Weitere Rechner rund um Haushalt und Garten findest du in der Webtools-Sammlung.
Praktische Tipps fuer die Tonne
Ein Fallrohrfilter haelt Laub und Schmutz zurueck und haelt das Wasser laenger frisch. Ein dicht schliessender Deckel verhindert, dass Muecken ihre Larven ablegen und dass Kinder oder Tiere hineinfallen. Im Winter sollte die Tonne entleert werden, damit gefrierendes Wasser sie nicht sprengt. Und ein Ueberlauf, der ueberschuessiges Wasser kontrolliert ableitet, schuetzt die Hauswand vor Staunaesse.
Fazit
Mit der einfachen Formel aus Dachflaeche, Niederschlag und Abflussbeiwert siehst du schnell, welches Potenzial in deinem Dach steckt, meist mehr, als eine einzelne Tonne fassen kann. Die richtige Speichergroesse orientiert sich am Verbrauch, und mit Filter, Deckel und Ueberlauf wird aus dem Regen eine zuverlaessige, kostenlose Wasserquelle fuer den Garten.