Restschuld erklärt: Was nach der Zinsbindung übrig bleibt und wie du sie berechnest

Bei einer Baufinanzierung schauen viele zuerst auf die monatliche Rate. Mindestens genauso wichtig ist aber eine andere Zahl, die oft übersehen wird: die Restschuld. Sie entscheidet darüber, mit welchem Betrag du nach Ablauf der Zinsbindung in die nächste Finanzierungsrunde gehst – und damit über einen großen Teil deines Zinsänderungsrisikos.

Was ist die Restschuld?

Die Restschuld ist der Teil deines Darlehens, der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht getilgt ist – also der offene Saldo deines Kredits. Sie sinkt mit jeder Rate, weil ein Teil davon (der Tilgungsanteil) deine Schuld reduziert. Am Tag der Kreditauszahlung entspricht die Restschuld dem vollen Darlehensbetrag, am Ende der Laufzeit ist sie null.

Besonders relevant ist die Restschuld zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt: dem Ende der Sollzinsbindung. Denn bei den meisten Immobiliendarlehen ist die Zinsbindung kürzer als die Gesamtlaufzeit. Bleibt am Ende der Bindung ein Betrag offen, muss dieser über eine Anschlussfinanzierung neu finanziert werden.

Wie berechnet sich die Restschuld?

Die Restschuld ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Darlehensbetrag, Sollzins und Tilgung. Bei einem Annuitätendarlehen reduziert jede Rate die Schuld um den Tilgungsanteil – und weil der Zinsanteil im Laufe der Zeit sinkt, wächst die Tilgung mit jeder Zahlung. Die Restschuld nach einer bestimmten Zahl von Jahren lässt sich exakt berechnen, ist von Hand aber mühsam.

Genau hier setzt der Restschuld Rechner an: Du gibst Darlehenssumme, Sollzins, anfänglichen Tilgungssatz und die Dauer der Zinsbindung ein und siehst sofort, wie viel nach Ablauf der Bindung noch offen ist. So kannst du verschiedene Szenarien vergleichen, bevor du dich für eine Finanzierung entscheidest.

Ein Beispiel zur Einordnung

Nehmen wir ein Darlehen über 300.000 Euro, einen Sollzins von 3,5 % und eine anfängliche Tilgung von 2 % bei 10 Jahren Zinsbindung:

Mit nur 1 % Anfangstilgung läge die Restschuld nach 10 Jahren deutlich höher – über 265.000 Euro. Die Tilgungshöhe ist also der größte Hebel, um die Restschuld zu drücken.

Warum die Restschuld so wichtig ist

Die Restschuld bestimmt dein Zinsänderungsrisiko. Steigen die Marktzinsen während deiner Zinsbindung, musst du die verbleibende Restschuld zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung zu diesen höheren Zinsen weiterfinanzieren. Je kleiner die Restschuld, desto weniger schmerzt ein höheres Zinsniveau.

Wie du die Restschuld senkst

Es gibt mehrere Stellschrauben, um mit weniger offener Schuld in die Anschlussfinanzierung zu gehen:

Weitere Werkzeuge rund um Kredit, Zinsen und Geldanlage findest du gebündelt unter unseren Webtools.

Häufige Fragen

Ist die Restschuld dasselbe wie die Gesamtlaufzeit?

Nein. Die Restschuld ist ein Geldbetrag – der noch offene Teil des Darlehens. Die Gesamtlaufzeit ist die Zeit, bis dieser Betrag vollständig auf null getilgt ist. Beide hängen zusammen, sind aber verschiedene Größen.

Kann ich die Restschuld am Ende der Zinsbindung komplett ablösen?

Ja, wenn du über genügend Eigenkapital verfügst, kannst du die Restschuld auf einen Schlag begleichen. Innerhalb der Zinsbindung ist eine vorzeitige Ablösung dagegen oft mit einer Vorfälligkeitsentschädigung verbunden.

Was passiert, wenn die Zinsen bis zur Anschlussfinanzierung gestiegen sind?

Dann wird die Restschuld zu den höheren Zinsen weiterfinanziert, was die Rate erhöht. Mit einem Forward-Darlehen lässt sich der Zins schon Jahre vor Ablauf der Bindung absichern – das kann sich lohnen, wenn steigende Zinsen erwartet werden.