Skonto als Jahreszins: Warum sich Skonto fast immer lohnt

Auf vielen Rechnungen steht ein unscheinbarer Satz wie "2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage netto". Was harmlos nach einem kleinen Rabatt klingt, ist in Wahrheit eine der besten Renditen, die du im Geschäftsalltag bekommst. Rechnet man den Skonto auf einen effektiven Jahreszins um, zeigt sich: Wer Skonto liegen lässt, finanziert sich teurer als mit fast jedem Bankkredit. Dieser Ratgeber erklärt, warum.

Was ist Skonto?

Skonto ist ein Preisnachlass, den ein Lieferant gewährt, wenn du eine Rechnung besonders schnell bezahlst – statt das volle Zahlungsziel auszunutzen. Eine typische Klausel lautet: "2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, Zahlungsziel 30 Tage." Du hast also die Wahl:

Verzichtest du auf das Skonto, "kaufst" du dir im Grunde 20 zusätzliche Tage Zahlungsaufschub – und zahlst dafür 2 % des Rechnungsbetrags. Genau das ist der Schlüssel zur Bewertung.

Skonto als Kredit betrachtet

Der entscheidende Gedanke: Wenn du das Skonto nicht ziehst, gibt dir der Lieferant einen Kredit über die Differenz der Zahlungsfristen – hier 20 Tage (30 minus 10). Die "Zinsen" für diesen kurzen Kredit sind die 2 %, die du nicht abziehen durftest.

2 % für nur 20 Tage klingen wenig. Aber rechne es aufs Jahr hoch: Ein Jahr hat etwa 18 solcher 20-Tage-Perioden. Damit wird aus den 2 % ein gewaltiger Jahreszins. Genau diese Umrechnung nimmt dir der Skonto Jahreszins Rechner ab.

Die Formel für den effektiven Jahreszins

Der effektive Jahreszins eines Skontos berechnet sich nach folgender Faustformel:

Setzen wir das Beispiel ein – 2 % Skonto, 10 Tage Skontofrist, 30 Tage Zahlungsziel:

Über 36 % effektiver Jahreszins für den Verzicht auf nur 2 % Skonto – das ist teurer als jeder Dispo und fast jeder Lieferantenkredit. Wer das Skonto liegen lässt, verbrennt bares Geld.

Wann lohnt sich Skonto – und wann nicht?

Die Regel ist klar: Solange der effektive Jahreszins des Skontos über deinem Kreditzins liegt, ist es günstiger, das Skonto zu ziehen – notfalls sogar, indem du dafür den Kontokorrentkredit in Anspruch nimmst. Bei den üblichen Skontosätzen liegt der Jahreszins fast immer deutlich über Bankzinsen, sodass sich Skonto in der Regel lohnt.

Ausnahmen gibt es trotzdem:

Im Normalfall aber gilt: Skonto ziehen ist eine der profitabelsten Routineentscheidungen im Einkauf.

Den reinen Skontobetrag und Zahlbetrag einer Rechnung ermittelst du mit dem Skonto Rechner. Wer Kreditkonditionen vergleichen will, nutzt zusätzlich den Effektivzins Rechner.

Fazit

Skonto ist weit mehr als ein netter Rabatt – es ist eine verdeckte Hochzinsanlage. Wer den Skontosatz auf den effektiven Jahreszins umrechnet, erkennt sofort, dass der Verzicht meist teurer ist als fast jede Fremdfinanzierung. Mach es dir zur Gewohnheit: Skonto ziehen, wann immer es die Liquidität erlaubt.