Kein Gerät verbraucht Strom, wenn es ausgeschaltet ist – so denken viele. In Wahrheit ziehen Fernseher, Konsolen, Router und Ladegeräte rund um die Uhr Energie, auch wenn niemand sie nutzt. Dieser Standby-Verbrauch summiert sich über das Jahr zu einem überraschend hohen Betrag. Dieser Ratgeber erklärt, wie Standby entsteht, welche Geräte besonders viel ziehen und wie du den unsichtbaren Kostenanteil deutlich senkst.
Was ist Standby-Verbrauch überhaupt?
Der Bereitschaftsmodus (Standby) hält ein Gerät teilweise aktiv, damit es schnell reagiert: Der Fernseher wartet auf das Signal der Fernbedienung, der Router hält die Verbindung, die Kaffeemaschine zeigt die Uhrzeit. Dafür fließt dauerhaft ein kleiner Strom – typischerweise zwischen 0,5 und 15 Watt pro Gerät. Klingt nach wenig, läuft aber 8.760 Stunden im Jahr.
Die Rechnung dahinter
Die Formel ist einfach: Jahresverbrauch (kWh) = Watt × 24 Stunden × 365 Tage / 1.000. Ein Gerät mit 5 Watt Standby zieht also rund 44 kWh im Jahr. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh sind das gut 15 Euro – für ein einziges Gerät, das eigentlich "aus" ist.
In einem typischen Haushalt laufen aber zehn bis zwanzig solcher Verbraucher gleichzeitig. Mit dem Standby Kosten Rechner trägst du mehrere Geräte mit ihrer jeweiligen Standby-Leistung ein und siehst die kombinierten Jahreskosten auf einen Blick – statt jedes Gerät einzeln durchzurechnen.
Typische Standby-Werte im Überblick
- Spielekonsole im Ruhemodus: 5–15 W – einer der größten heimlichen Fresser.
- Router/Modem: 5–12 W, läuft praktisch immer durch.
- Fernseher (Standby): 0,5–3 W bei modernen Geräten, deutlich mehr bei alten.
- Soundbar/AV-Receiver: 2–8 W.
- Steckernetzteile/Ladegeräte ohne Last: 0,1–1 W pro Stück, aber in großer Zahl vorhanden.
- Kaffeevollautomat mit Display: 1–5 W.
Besonders ärgerlich sind alte Netzteile und Geräte mit ständig leuchtendem Display – sie haben ein schlechtes Verhältnis von Nutzen zu Verbrauch.
So senkst du die Standby-Kosten
- Schaltbare Steckdosenleisten: TV, Konsole, Soundbar und Spielzubehör auf eine Leiste mit Kippschalter legen und nach Gebrauch komplett trennen.
- Zeitschaltuhren für Geräte, die du nur tagsüber brauchst.
- Konsolen aus dem "Schnellstart"-Modus nehmen – der spart Sekunden beim Hochfahren, kostet aber dauerhaft Watt.
- Ladegeräte ausstecken, sobald das Gerät voll ist.
Realistisch lassen sich pro Haushalt 30 bis über 100 Euro im Jahr einsparen – ganz ohne Komfortverlust. Wenn du den Effekt einzelner Geräte im aktiven Betrieb vergleichen willst, hilft der Stromkosten Rechner. Weitere Energie- und Haushaltsrechner findest du in unseren Webtools.
Häufige Fragen
Lohnt sich das Ausschalten wirklich?
Ja. Auch wenn einzelne Geräte nur wenige Watt ziehen, addieren sich zehn bis zwanzig Verbraucher zu einem spürbaren Posten. Über mehrere Jahre gerechnet sind das oft mehrere hundert Euro.
Wie messe ich den genauen Standby-Verbrauch?
Mit einem günstigen Energiemessgerät, das du zwischen Steckdose und Gerät steckst. Es zeigt die aktuelle Wattzahl im Bereitschaftsmodus an – diesen Wert kannst du direkt in die Rechnung übernehmen.
Schadet häufiges Ausschalten den Geräten?
Bei normaler Unterhaltungselektronik nicht. Eine Ausnahme sind Geräte, die im Standby Wartungs- oder Update-Prozesse durchführen, etwa manche Receiver – hier lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung.