Stundenverrechnungssatz berechnen: So setzt du deinen Stundensatz richtig

Wer eine Stunde Arbeit verkauft, muss wissen, was diese Stunde im Betrieb wirklich kostet – sonst arbeitet man im schlimmsten Fall mit Verlust. Der Stundenverrechnungssatz (auch Verrechnungsstundensatz genannt) ist genau dafür gemacht: Er übersetzt alle Kosten und die gewünschte Marge in den Preis, den du pro produktiver Stunde abrechnen musst. Dieser Ratgeber zeigt, wie du ihn sauber kalkulierst.

Was ist der Stundenverrechnungssatz?

Der Stundenverrechnungssatz ist der Betrag, den du einem Kunden pro geleisteter Arbeitsstunde in Rechnung stellst, damit alle Kosten gedeckt sind und der gewünschte Gewinn entsteht. Er ist deutlich höher als der reine Stundenlohn eines Mitarbeitenden – denn er muss neben dem Lohn auch Lohnnebenkosten, Gemeinkosten, unproduktive Zeiten und die Gewinnmarge mittragen.

Diese Verwechslung ist der häufigste und teuerste Fehler: Wer 25 Euro Lohn zahlt und 35 Euro abrechnet, macht früher oder später Verlust, weil die Gemeinkosten fehlen.

Die Bausteine der Kalkulation

Ein belastbarer Stundenverrechnungssatz setzt sich aus mehreren Schichten zusammen:

Die Formel

Vereinfacht ergibt sich der Satz so:

Beispiel: Deine jährlichen Gesamtkosten für eine Fachkraft betragen 78.000 Euro, abrechenbar sind 1.300 produktive Stunden im Jahr. Der kostendeckende Satz liegt bei 78.000 ÷ 1.300 = 60 Euro. Mit einer Zielmarge von 20 % ergibt sich ein Stundenverrechnungssatz von 60 × 1,20 = 72 Euro. Den ganzen Rechenweg übernimmt der Stundenverrechnungssatz Rechner – du gibst Kosten, produktive Stunden und Zielmarge ein und erhältst den fertigen Satz.

Der unterschätzte Hebel: produktive Stunden

Viele kalkulieren mit den vollen Jahresarbeitsstunden – ein gravierender Fehler. Von rund 2.080 theoretischen Jahresstunden (40 h × 52 Wochen) bleiben nach Urlaub, Feiertagen, Krankheit, Weiterbildung, Angebotserstellung, Fahrzeiten und Leerlauf oft nur 1.200 bis 1.400 wirklich abrechenbare Stunden übrig. Wer mit zu vielen produktiven Stunden rechnet, setzt seinen Satz systematisch zu niedrig an. Wie hoch dein abrechenbarer Anteil ist, kannst du mit dem Kapazität Auslastung Rechner prüfen.

Marge ist kein Aufschlag auf den Lohn

Die Zielmarge bezieht sich auf die Gesamtkosten, nicht auf den Lohn. Sie ist deine Risikoprämie und dein Unternehmerlohn – sie finanziert Investitionen, Rücklagen für schlechte Zeiten und das unternehmerische Risiko. Eine Marge von 10–20 % ist in vielen Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben üblich. Zu knapp kalkuliert bedeutet, dass schon ein einziger Ausfall oder eine Fehlkalkulation das Jahresergebnis kippt.

Typische Fehler vermeiden

Fazit

Der Stundenverrechnungssatz ist die Grundlage jeder seriösen Angebotskalkulation im Dienstleistungs- und Handwerksbereich. Entscheidend sind ehrliche Vollkosten, realistische produktive Stunden und eine auskömmliche Marge. Rechne deinen Satz mit dem Stundenverrechnungssatz Rechner aus und gleiche ihn anschließend über den Zielumsatz Rechner mit deinem Jahresziel ab. Weitere Kalkulationshelfer gibt es unter kotsch.tech/webtools.