To-Do-Apps im Vergleich: Todoist, Microsoft To Do & TickTick

Wer seine Aufgaben zuverlässig im Blick behalten will, kommt um eine gute To-Do-App kaum herum. Zettel verschwinden, Notiz-Apps werden unübersichtlich und der Kopf ist als Speicher ohnehin nicht gemacht für Dutzende offener Punkte. Drei Anwendungen tauchen in diesem Feld immer wieder auf: Todoist, Microsoft To Do und TickTick. Alle drei laufen auf praktisch jedem Gerät, synchronisieren in Echtzeit und decken die Grundlagen souverän ab. In den Details unterscheiden sie sich jedoch deutlich, gerade beim Funktionsumfang der kostenlosen Tarife. Dieser Vergleich zeigt, was die Apps können, wo ihre Grenzen liegen und für welchen Nutzertyp sich welche Lösung am ehesten lohnt.

Worauf es bei einer To-Do-App wirklich ankommt

Bevor man Apps gegeneinander stellt, hilft ein Blick auf die Funktionen, die im Alltag tatsächlich den Unterschied machen. Eine schicke Oberfläche ist nett, aber entscheidend ist, ob die App sich nahtlos in den Tag einfügt. Diese Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

Todoist: der GTD-Klassiker mit klarer Sprache

Todoist gilt seit Jahren als Referenz für strukturierte Aufgabenverwaltung. Die App richtet sich an Menschen, die nach Methoden wie Getting Things Done arbeiten oder einfach viele Projekte parallel jonglieren. Ihre größte Stärke ist die natürliche Spracheingabe: Tippt man "Steuererklärung jeden 15. um 9 Uhr #Finanzen p1", erkennt Todoist automatisch Fälligkeit, Wiederholung, Projekt und Priorität. Das spart im Alltag spürbar Zeit.

Projekte lassen sich verschachteln, Aufgaben mit Unteraufgaben gliedern und über Labels sowie Filter feingranular durchsuchen. Der kostenlose Tarif ist allerdings deutlich beschnitten: Die Zahl aktiver Projekte ist begrenzt und Erinnerungen sind in der Gratis-Version teils nur eingeschränkt nutzbar. Wer den vollen Funktionsumfang will, braucht ein Abo. Dafür bekommt man eine ausgereifte, aufgeräumte App ohne Werbung und mit einer der besten Eingabe-Logiken am Markt.

Microsoft To Do: kostenlos, schlicht und tief in Microsoft 365 verankert

Microsoft To Do verfolgt einen anderen Ansatz. Die App ist komplett kostenlos, ohne Premium-Schranken, und konzentriert sich bewusst auf das Wesentliche. Listen, Aufgaben, Unteraufgaben, Fälligkeiten, Wiederholungen und Erinnerungen sind vorhanden, ohne dass man von Optionen erschlagen wird. Das Herzstück ist die Ansicht "Mein Tag", in die man morgens jene Aufgaben zieht, die heute erledigt werden sollen, ein simples, aber wirksames Prinzip gegen überfüllte Listen.

Der größte Pluspunkt liegt in der Integration: Wer Outlook, Microsoft 365 oder geflaggte E-Mails nutzt, sieht diese Aufgaben automatisch in To Do auftauchen. Für alle, die ohnehin im Microsoft-Universum unterwegs sind, ist das ein echter Mehrwert. Im Gegenzug fehlen fortgeschrittene Funktionen wie umfangreiche Filter, Tags oder Produktivitäts-Auswertungen. Für komplexe Projektstrukturen ist die App weniger gedacht, für eine saubere private oder schlanke berufliche Aufgabenliste reicht sie vielen Menschen völlig aus.

TickTick: Allrounder mit Kalender und Fokus-Timer

TickTick positioniert sich als Schweizer Taschenmesser unter den To-Do-Apps. Es kombiniert klassische Aufgabenverwaltung mit Features, für die man sonst zusätzliche Apps bräuchte: ein integrierter Kalender, ein Pomodoro-Fokus-Timer, eine Gewohnheitsverfolgung und sogar einfache Notizfunktionen. Auch hier gibt es natürliche Spracheingabe, Tags, Prioritäten und flexible Wiederholungsregeln.

Der kostenlose Tarif ist großzügiger als bei Todoist und erlaubt bereits eine ordentliche Zahl an Listen und Aufgaben, stößt aber bei sehr intensiver Nutzung an Grenzen, etwa bei der Anzahl an Erinnerungen pro Aufgabe oder der Kalenderansicht. Das Premium-Abo schaltet die Vollversion des Kalenders, mehr Fokus-Statistiken und erweiterte Filter frei. TickTick eignet sich für alle, die Aufgaben, Termine und Konzentration gern in einer einzigen App bündeln möchten.

Direkter Vergleich der drei Apps

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen. Beachte, dass Anbieter ihre Tarife regelmäßig anpassen, die genauen Limits und Preise solltest du vor einer Entscheidung kurz auf der offiziellen Seite prüfen.

Kriterium Todoist Microsoft To Do TickTick
Gratis-Limit Begrenzte aktive Projekte, Grundfunktionen frei Komplett kostenlos, ohne Premium-Stufe Großzügig, mit Limits bei Erinnerungen und Kalender
Wiederkehrende Aufgaben Sehr flexibel per Spracheingabe Standard-Wiederholungen vorhanden Flexibel, auch mit Spracheingabe
Erinnerungen Umfangreich, teils Premium Zeit- und ortsbasiert, frei Zeit- und ortsbasiert, mehrfach möglich
Struktur (Projekte/Tags) Sehr stark, verschachtelte Projekte Listen statt komplexer Projekte Listen, Tags, Ordner und Kalender
Besonderheit Beste natürliche Eingabe, GTD-Fokus Tiefe Microsoft-365-Anbindung Kalender plus Fokus-Timer integriert
Plattformen Web, Windows, macOS, iOS, Android, Browser Web, Windows, macOS, iOS, Android Web, Windows, macOS, iOS, Android, Browser
Preismodell Gratis plus kostenpflichtiges Abo Dauerhaft kostenlos Gratis plus kostenpflichtiges Abo

Plattformabdeckung und Synchronisierung

Alle drei Apps laufen auf Windows, macOS, iOS und Android und bieten eine Weboberfläche. Damit ist die Geräteabdeckung in der Praxis kein Entscheidungskriterium mehr, jede Lösung synchronisiert zuverlässig zwischen Smartphone, Tablet und Rechner. Unterschiede zeigen sich eher im Detail: Todoist und TickTick punkten mit Browser-Erweiterungen, die das schnelle Erfassen von Webseiten als Aufgabe erlauben. Microsoft To Do glänzt dagegen dort, wo Outlook und das Microsoft-Konto bereits im Einsatz sind. Wer zwischen vielen Geräten und Betriebssystemen wechselt, ist mit allen drei gut bedient.

Welche App passt zu welchem Nutzertyp?

Es gibt nicht die eine beste To-Do-App, sondern die, die zu deinem Anspruch und deinem Arbeitsstil passt. Diese Faustregeln helfen bei der Auswahl:

  1. Du willst kostenlos und ohne Schnickschnack starten: Microsoft To Do ist die naheliegende Wahl, besonders wenn du ohnehin Microsoft-Dienste nutzt.
  2. Du arbeitest mit vielen Projekten und liebst saubere Methodik: Todoist belohnt strukturiertes Vorgehen und schnelle Texteingabe wie keine zweite App.
  3. Du möchtest Aufgaben, Kalender und Fokus in einem Tool: TickTick ist der Allrounder mit dem breitesten Funktionsfächer im Gratis-Bereich.

Ein praktischer Tipp zum Schluss: Lege dich nicht zu früh fest. Alle drei Apps lassen sich kostenlos testen. Nutze jede ein bis zwei Wochen mit deinen echten Aufgaben, und du merkst schnell, welche sich am natürlichsten anfühlt. Wenn du zusätzlich kleine Routinen rund um Datum, Zeit oder Textformatierung automatisieren willst, findest du im Webtools-Bereich nützliche Helfer. Weitere App-Vergleiche und Praxistipps gibt es laufend in den News.

Häufige Fragen

Welche To-Do-App ist komplett kostenlos?

Microsoft To Do ist dauerhaft und vollständig kostenlos, es gibt keine Premium-Stufe. Todoist und TickTick bieten ebenfalls kostenlose Tarife, schalten aber bestimmte Funktionen erst im kostenpflichtigen Abo frei.

Kann ich Aufgaben zwischen den Apps umziehen?

Ein Wechsel ist möglich, aber selten in einem Klick erledigt. Manche Apps bieten Import-Funktionen oder den Umweg über eine CSV-Datei. Bei kleinen Aufgabenlisten ist oft das manuelle Übertragen am schnellsten und saubersten.

Funktionieren ortsbasierte Erinnerungen zuverlässig?

Microsoft To Do und TickTick unterstützen Erinnerungen, die beim Erreichen eines Ortes auslösen. Die Zuverlässigkeit hängt jedoch stark von den Standort- und Akkueinstellungen des Smartphones ab. Für sehr wichtige Aufgaben empfiehlt sich zusätzlich eine zeitbasierte Erinnerung.

Brauche ich überhaupt ein Premium-Abo?

Für die meisten privaten Nutzer reichen die Gratis-Versionen aus. Ein Abo lohnt sich vor allem, wenn du viele Projekte parallel führst, ausführliche Erinnerungen brauchst oder Funktionen wie den vollen Kalender und Produktivitäts-Statistiken nutzen möchtest.

Wie sicher sind meine Aufgabendaten?

Alle drei Anbieter speichern Daten verschlüsselt in der Cloud und bieten Konten mit Anmeldeschutz. Wer besonders sensible Inhalte verwaltet, sollte die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und keine vertraulichen Passwörter im Klartext in Aufgaben hinterlegen.

Welche App eignet sich am besten für Teams?

Todoist und TickTick bieten gemeinsame Projekte und das Zuweisen von Aufgaben an andere Personen, meist im Rahmen ihrer kostenpflichtigen Tarife. Microsoft To Do erlaubt das Teilen von Listen, ist aber eher auf die persönliche Organisation ausgelegt als auf komplexe Teamarbeit.