Werbung im Internet ist allgegenwärtig – und längst nicht nur lästig. Hinter Bannern und Pop-ups verbergen sich Tracker, die jeden Klick aufzeichnen, sowie mitunter gefährliche Skripte, die Schadsoftware einschleusen. uBlock Origin hat sich in den letzten Jahren als die leistungsfähigste freie Lösung etabliert, um all das zu blockieren – ohne den Browser zu verlangsamen. Dieser Artikel zeigt, was das Add-on kann, wie man es optimal einrichtet und wo die Grenzen liegen.
uBlock Origin vs. uBlock – Was ist der Unterschied?
Viele Nutzer verwechseln uBlock Origin mit dem älteren Projekt uBlock. Der Entwickler Raymond Hill (gorhill) gründete uBlock Origin als eigenständige Weiterentwicklung, nachdem er das originale uBlock-Projekt verlassen hatte. Beide tragen einen ähnlichen Namen, stammen aber von unterschiedlichen Teams. uBlock Origin wird aktiv gepflegt, enthält keine Werbe-Whitelists und ist vollständig quelloffen auf GitHub einsehbar. Das originale uBlock hingegen stagniert seit Jahren und sollte gemieden werden.
Installation in Chrome, Firefox und Edge
uBlock Origin steht für alle gängigen Desktop-Browser zur Verfügung:
- Firefox: Über die Mozilla Add-ons-Seite installieren – einfach auf „Zu Firefox hinzufügen" klicken.
- Chrome / Chromium-basierte Browser: Im Chrome Web Store unter dem Namen „uBlock Origin" verfügbar. Achtung: Nur die Version von Raymond Hill (gorhill) ist die echte – nach dem genauen Namen suchen.
- Microsoft Edge: Ebenfalls im Chrome Web Store oder über den integrierten Edge-Add-on-Store erhältlich.
- Safari: Nicht direkt verfügbar; hier empfiehlt sich AdGuard für Safari als Alternative.
Nach der Installation erscheint das rote Schild-Symbol in der Browser-Symbolleiste. Beim ersten Aufruf ist uBlock Origin bereits mit einer Standardkonfiguration aktiv und blockiert sofort Werbung und Tracker.
Filterlisten aktivieren und konfigurieren
Die Stärke von uBlock Origin liegt in seinen Filterlisten. Über das Dashboard (Klick auf das Symbol → Zahnrad) lassen sich unter dem Tab „Filterlisten" zahlreiche Listen aktivieren:
- EasyList – Standardliste für englischsprachige Werbung, standardmäßig aktiv.
- EasyPrivacy – Blockiert Tracker und Analyse-Skripte.
- uBlock-Filter – Unblöcked – Interne Liste von gorhill gegen besonders hartnäckige Werbung.
- Annoyances – Cookie-Banner, Newsletter-Pop-ups und Social-Media-Buttons.
- EasyList Germany – Speziell für deutschsprachige Webseiten optimiert; empfehlenswert für alle deutschen Nutzer.
- Peter Lowe's Ad and tracking server list – Blockiert bekannte Werbe- und Tracking-Server auf DNS-Ebene.
uBlock Origin vs. AdBlock Plus vs. Brave Shields – Vergleich
| Merkmal | uBlock Origin | AdBlock Plus | Brave Shields |
|---|---|---|---|
| RAM-Verbrauch (ca.) | ~5–15 MB | ~40–80 MB | Integriert (kein Add-on) |
| Acceptable Ads (Whitelist) | Nein | Ja (kostenpflichtig) | Eigenes Modell (BAT) |
| Eigene Filterlisten | Ja (umfangreich) | Eingeschränkt | Eingeschränkt |
| Element-Picker | Ja | Ja | Nein |
| Skript-Blocking | Ja (Medium Mode) | Begrenzt | Ja (Fingerprint-Schutz) |
| Open Source | Vollständig | Teilweise | Ja (Chromium-Fork) |
| Preis | Kostenlos | Kostenlos / Premium | Kostenlos |
uBlock Origin gewinnt den Vergleich in puncto Ressourcenverbrauch und Konfigurierbarkeit klar. AdBlock Plus ist durch sein „Acceptable Ads"-Programm in die Kritik geraten, weil große Werbetreibende bezahlen können, um auf einer Whitelist zu erscheinen. Brave Shields ist eine solide Einsteigerlösung, bietet aber keine granulare Steuerung einzelner Filterlisten.
Element-Picker: Werbung manuell entfernen
Manchmal lässt sich ein störendes Element nicht durch eine Filterliste erfassen. Der Element-Picker (Pipette-Symbol im Pop-up) ermöglicht es, einzelne Seitenbestandteile per Klick dauerhaft auszublenden. Nach dem Aktivieren des Pickers einfach auf das unerwünschte Element klicken – uBlock Origin generiert automatisch eine passende CSS-Regel und bietet an, sie zu speichern. Diese Methode funktioniert zum Beispiel gut gegen hartnäckige Overlay-Banner oder spezifische Empfehlungsblöcke.
Whitelist: Seiten gezielt freischalten
Wer bestimmte Webseiten unterstützen möchte oder auf denen uBlock Origin Probleme verursacht, kann diese einfach auf die Whitelist setzen. Im Pop-up genügt ein Klick auf das große blaue Schaltflächen-Symbol, um uBlock Origin für die aktuelle Seite vorübergehend zu deaktivieren. Für eine dauerhafte Ausnahme unter Einstellungen → Whitelist die Domain eintragen (z. B. example.com).
Medium Mode: Erweiterte Sicherheit
Der Medium Mode geht über das Blockieren von Werbung hinaus und sperrt standardmäßig alle Drittanbieter-Skripte und -Frames. Das erhöht den Datenschutz erheblich, kann aber dazu führen, dass Webseiten nicht mehr vollständig funktionieren. Der Medium Mode eignet sich eher für fortgeschrittene Nutzer, die bereit sind, Seiten manuell freizuschalten. Aktivieren lässt er sich über das Dashboard unter Einstellungen → Erweiterte Einstellungen.
Manifest V3 und die Zukunft von uBlock Origin in Chrome
Google hat mit Manifest V3 (MV3) die API für Chrome-Erweiterungen grundlegend geändert. Die neue deklarative Netzwerk-API (declarativeNetRequest) schränkt die Möglichkeiten von Adblockern erheblich ein: Anstatt dynamisch auf Netzwerkanfragen zu reagieren, müssen Erweiterungen vorab eine begrenzte Anzahl statischer Regeln einreichen. Das limitiert die Filterlisten-Kapazität und macht komplexe dynamische Filter unmöglich.
Der Entwickler gorhill hat daher uBlock Origin Lite als MV3-konforme Version veröffentlicht – diese bietet jedoch einen deutlich reduzierten Funktionsumfang. Die vollwertige Version uBlock Origin (MV2) funktioniert in Chrome nur noch bis zu dem Zeitpunkt, an dem Google die MV2-Unterstützung endgültig einstellt. Firefox hingegen unterstützt weiterhin MV2 und bleibt damit die empfohlene Plattform für uBlock Origin in voller Funktionalität. Weitere Hintergründe dazu bietet die offizielle uBlock-Origin-Wiki.
FAQ zu uBlock Origin
- Verlangsamt uBlock Origin den Browser?
- Im Gegenteil: Da uBlock Origin Werbung und Tracker blockiert, bevor sie geladen werden, laden Seiten oft schneller. Der RAM-Verbrauch der Erweiterung selbst liegt bei nur 5–15 MB – deutlich weniger als bei vergleichbaren Tools.
- Warum blockiert uBlock Origin manche Werbung nicht?
- Einige Webseiten verwenden Techniken wie serverseitiges Rendering oder First-Party-Domains für Werbung, die schwer zu filtern sind. Das Aktivieren zusätzlicher Filterlisten (z. B. „uBlock filters – Unblöcked") sowie das manuelle Hinzufügen von Regeln mit dem Element-Picker kann helfen.
- Ist uBlock Origin legal?
- Ja. Das Blockieren von Werbung im eigenen Browser ist in Deutschland und der EU legal. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Werbung zu konsumieren. Websites können jedoch auf technischer Ebene den Zugang für Nutzer mit Adblocker einschränken.
- Funktioniert uBlock Origin auf dem Smartphone?
- Auf Android lässt sich uBlock Origin im Firefox für Android installieren und funktioniert dort vollständig. Auf iOS ist es aufgrund von Apple-Einschränkungen nicht als vollwertige Erweiterung verfügbar; stattdessen empfiehlt sich der Safari-kompatible Content Blocker AdGuard für iOS.
