Sicheres WLAN-Passwort: Wie lang, wie zufällig und worauf es wirklich ankommt

Das WLAN-Passwort ist die erste Verteidigungslinie deines Heimnetzes. Wer es kennt, ist im Netzwerk und kann unter Umstaenden auf Geraete, Daten und deine Internetleitung zugreifen. Trotzdem nutzen viele weiterhin das ab Werk aufgedruckte Passwort oder etwas Leichtgemerktes wie den Nachnamen mit Postleitzahl. Dieser Ratgeber erklaert, was ein wirklich sicheres WLAN-Passwort ausmacht.

Laenge schlaegt Komplexitaet

Der wichtigste Faktor fuer ein sicheres Passwort ist nicht die Anzahl der Sonderzeichen, sondern die Laenge. Jedes zusaetzliche Zeichen vervielfacht die Zahl moeglicher Kombinationen und macht das Durchprobieren (Brute Force) drastisch aufwendiger. Ein Passwort aus 20 Zeichen ist um Groessenordnungen sicherer als eines aus 8, selbst wenn das kurze viele Sonderzeichen enthaelt.

Fuer WLAN gilt: Mindestens 16 Zeichen sind ein guter Richtwert, mehr ist besser. Da du das Passwort an einem Geraet meist nur einmal eingibst und es danach gespeichert bleibt, darf es ruhig lang und sperrig sein. Mit dem WLAN Passwort Generator erstellst du in Sekunden ein zufaelliges, ausreichend langes Passwort, das sich trotzdem noch vorlesen und abtippen laesst, etwa wenn ein Gast es braucht.

Warum echte Zufaelligkeit zaehlt

Menschen sind schlecht darin, sich Zufall auszudenken. Wir greifen unbewusst auf Namen, Geburtsdaten, Tastaturmuster und gaengige Woerter zurueck, die in Angriffslisten stehen. Genau solche Muster knacken Angreifer zuerst. Ein Passwort, das ein Programm zufaellig erzeugt, hat diese Schwaeche nicht. Wichtig ist, dass die Erzeugung lokal in deinem Browser passiert und das Passwort nicht ueber das Internet uebertragen wird.

WPA2 und WPA3: das Verschluesselungsverfahren

Das beste Passwort nuetzt wenig, wenn die WLAN-Verschluesselung veraltet ist. Achte in deinen Router-Einstellungen auf den richtigen Sicherheitsstandard:

Viele moderne Router bieten einen kombinierten WPA2/WPA3-Modus, der neue und aeltere Geraete gleichzeitig bedient. Das ist meist die praktischste Einstellung.

Das Gaeste-WLAN nicht vergessen

Fast jeder Router bietet ein separates Gaeste-Netzwerk. Es trennt Besucher von deinen eigenen Geraeten, sodass sie zwar ins Internet kommen, aber nicht auf deinen Drucker, dein NAS oder deine Smart-Home-Geraete zugreifen koennen. Vergib auch hier ein eigenes, starkes Passwort und gib niemals dein Haupt-WLAN-Passwort an Besucher weiter. So bleibt dein Kernnetz geschuetzt, selbst wenn ein Gast-Geraet kompromittiert ist.

Weitere Sicherheitswerkzeuge

Ein starkes WLAN-Passwort ist nur ein Baustein. Fuer deine Online-Konten lohnt sich der Passwort Entropie Rechner, der die Staerke eines Passworts in Bit anzeigt und dir zeigt, wie viel Sicherheit wirklich dahintersteckt. Eine Uebersicht weiterer kostenloser Helfer rund um Sicherheit und Technik findest du unter kotsch.tech/webtools.

Haeufige Fragen

Wie oft sollte ich mein WLAN-Passwort aendern?

Wenn du ein langes, zufaelliges Passwort nutzt, ist regelmaessiges Aendern ohne Anlass nicht noetig. Aendere es aber sofort, wenn du es einer Person nicht mehr anvertrauen willst, wenn ein Geraet verloren ging oder wenn du den Verdacht hast, dass es bekannt geworden ist.

Ist das aufgedruckte Werkspasswort sicher?

Viele aktuelle Router liefern lange, zufaellige Werkspasswoerter, die durchaus sicher sind. Aelteren Modellen wurde aber teils nach einem berechenbaren Muster ein Passwort vergeben. Im Zweifel setzt du ein eigenes, starkes Passwort und bist auf der sicheren Seite.

Soll ich Sonderzeichen verwenden, die schwer einzugeben sind?

Bei WLAN ist gute Lesbarkeit ein Vorteil, weil du das Passwort gelegentlich an Geraeten oder Gaesten eingeben musst. Setze lieber auf Laenge und vermeide leicht verwechselbare Zeichen wie die Null und den Buchstaben O, statt seltene Sonderzeichen zu erzwingen.