Mathe zum Anfassen

Der Dreisatz ist die wahrscheinlich nützlichste Rechenmethode, die du in der Schule lernst – und gleichzeitig eine, die viele unnötig kompliziert finden. Dabei brauchst du nur drei bekannte Werte, um einen vierten auszurechnen. Genau deshalb heißt er Dreisatz.

In diesem Artikel zeige ich dir in klaren 3 Schritten, wie der Dreisatz funktioniert, wann du proportional und wann antiproportional rechnest, und ich rechne dir je zwei Beispiele komplett vor. Am Ende kannst du den Dreisatz im Schlaf – versprochen.

⚡ Das Wichtigste in Kürze

  • Der Dreisatz berechnet aus drei bekannten Werten den vierten.
  • Proportional (je mehr, desto mehr): erst durch teilen, dann mal nehmen.
  • Antiproportional (je mehr, desto weniger): erst mal nehmen, dann teilen.
  • Das feste Schema: 1) ordnen → 2) auf 1 Einheit runter → 3) auf gesuchte Menge hoch.
  • Im Alltag steckt er überall: Preise, Rezepte, Geschwindigkeit, Arbeitszeit.

Was ist der Dreisatz überhaupt?

Der Dreisatz ist ein Rechenverfahren, mit dem du eine unbekannte Größe bestimmst, wenn du ihr Verhältnis zu drei anderen, bekannten Größen kennst. Die Idee dahinter ist verblüffend simpel: Du reduzierst zuerst auf eine einzige Einheit (zum Beispiel den Preis für 1 Stück) und rechnest dann auf die gewünschte Menge hoch.

Ein Mini-Beispiel: 3 Brötchen kosten 1,20 €. Was kosten 7 Brötchen? Du teilst zuerst durch 3 (ein Brötchen kostet 0,40 €) und multiplizierst dann mit 7 (= 2,80 €). Das ist der komplette Dreisatz. Mehr passiert nicht.

Der Trick liegt darin, vor dem Rechnen die richtige Art des Zusammenhangs zu erkennen. Davon hängt ab, ob du am Ende multiplizierst oder dividierst.

Proportional oder antiproportional? Der entscheidende Unterschied

Bevor du losrechnest, stellst du dir eine einzige Frage: „Wenn die eine Größe größer wird – wird die andere dann auch größer oder kleiner?“ Die Antwort entscheidet alles.

MerkmalProportionalAntiproportional
FaustregelJe mehr, desto mehrJe mehr, desto weniger
VerhältnisBeide wachsen im gleichen VerhältnisEine wächst, die andere schrumpft
RechenwegErst ÷, dann ×Erst ×, dann ÷
Produkt der PaareQuotient bleibt gleichProdukt bleibt gleich
BeispielMehr Äpfel → höherer PreisMehr Arbeiter → kürzere Bauzeit

Schneller Test: Verdopple in Gedanken die erste Größe. Verdoppelt sich die zweite mit (proportional) oder halbiert sie sich (antiproportional)? Diese Verdopplungs-Probe verrät dir den Typ in zwei Sekunden.

Das 3-Schritte-Schema

Egal welcher Typ – das Grundgerüst bleibt gleich. Du arbeitest dich immer über die „1“ vor.

1

Ordnen

Schreibe die bekannten Werte sauber in zwei Zeilen oder Spalten. Links die Menge, rechts der gesuchte Wert. So siehst du sofort, was zusammengehört.

2

Auf 1 herunter

Rechne den Wert für genau eine Einheit aus. Proportional: teilen. Antiproportional: malnehmen.

3

Auf Ziel hoch

Rechne von der 1 auf die gesuchte Menge. Proportional: malnehmen. Antiproportional: teilen.

Proportionaler Dreisatz: 2 Beispiele durchgerechnet

Beispiel 1: Preis im Supermarkt

5 kg Äpfel kosten 9,50 €. Was kosten 8 kg? Mehr Äpfel bedeuten mehr Geld – also proportional.

Schritt für Schritt
5 kg → 9,50 € 1 kg → 9,50 € ÷ 5 = 1,90 € (auf 1 herunter) 8 kg → 1,90 € × 8 = 15,20 € (auf Ziel hoch)

→ 8 kg Äpfel kosten 15,20 €.

Beispiel 2: Benzinverbrauch

Ein Auto verbraucht auf 120 km genau 8,4 Liter. Wie viel braucht es auf 300 km? Mehr Kilometer, mehr Sprit – proportional.

Schritt für Schritt
120 km → 8,4 L 1 km → 8,4 L ÷ 120 = 0,07 L 300 km → 0,07 L × 300 = 21 L

→ Auf 300 km verbraucht das Auto 21 Liter.

Antiproportionaler Dreisatz: 2 Beispiele durchgerechnet

Beispiel 1: Bauarbeiter und Zeit

4 Arbeiter brauchen für eine Mauer 18 Stunden. Wie lange brauchen 6 Arbeiter? Mehr Arbeiter heißt weniger Zeit – antiproportional.

Schritt für Schritt
4 Arbeiter → 18 h 1 Arbeiter → 18 h × 4 = 72 h (allein dauert es 4× so lang) 6 Arbeiter → 72 h ÷ 6 = 12 h

→ 6 Arbeiter brauchen 12 Stunden.

Beispiel 2: Vorräte aufteilen

Ein Futtervorrat reicht für 15 Pferde 24 Tage. Für wie viele Tage reicht er bei 20 Pferden? Mehr Pferde, weniger Tage – antiproportional.

Schritt für Schritt
15 Pferde → 24 Tage 1 Pferd → 24 Tage × 15 = 360 Tage 20 Pferde → 360 Tage ÷ 20 = 18 Tage

→ Der Vorrat reicht für 18 Tage.

Häufiger Fehler: Beim antiproportionalen Dreisatz wird in Schritt 2 multipliziert, nicht dividiert. Wer hier aus Gewohnheit teilt, bekommt ein völlig falsches Ergebnis. Mach immer die Plausibilitätsprobe: Mehr Arbeiter dürfen niemals mehr Zeit ergeben.

Wo du den Dreisatz im Alltag brauchst

🧮 Übungen zum Selberrechnen

Rechne erst selbst, dann klappe die Lösung auf.

Aufgabe 1: 3 Hefte kosten 4,50 €. Was kosten 7 Hefte?

Proportional. 1 Heft = 4,50 € ÷ 3 = 1,50 €. 7 Hefte = 1,50 € × 7 = 10,50 €.

Aufgabe 2: 6 Maler streichen eine Halle in 10 Tagen. Wie lange brauchen 4 Maler?

Antiproportional. 1 Maler = 10 × 6 = 60 Tage. 4 Maler = 60 ÷ 4 = 15 Tage.

Aufgabe 3: Ein Rezept für 4 Personen braucht 300 g Mehl. Wie viel für 10 Personen?

Proportional. 1 Person = 300 g ÷ 4 = 75 g. 10 Personen = 75 g × 10 = 750 g.

Aufgabe 4: Ein Tank reicht bei 90 km/h für 5 Stunden. Wie lange bei 120 km/h (gleiche Strecke)?

Antiproportional. Strecke = 90 × 5 = 450 km. Bei 120 km/h: 450 ÷ 120 = 3,75 Stunden.

Häufige Fragen

Was ist der Dreisatz einfach erklärt?

Der Dreisatz ist eine Rechenmethode, bei der du aus drei bekannten Werten einen vierten ausrechnest. Du reduzierst zuerst auf eine Einheit (zum Beispiel den Preis für 1 Stück) und rechnest dann auf die gesuchte Menge hoch. Deshalb heißt er Dreisatz: drei Werte sind bekannt, einer wird gesucht.

Wie erkenne ich, ob proportional oder antiproportional?

Stelle dir die Frage: Wird die zweite Größe größer, wenn die erste größer wird? Wenn ja, ist es proportional (je mehr, desto mehr). Wenn die zweite Größe dabei kleiner wird, ist es antiproportional (je mehr, desto weniger). Die schnelle Probe: Verdopple die erste Größe und schau, ob sich die zweite verdoppelt oder halbiert.

Wann teile ich und wann multipliziere ich beim Dreisatz?

Beim proportionalen Dreisatz teilst du zuerst auf die Einheit 1 herunter und multiplizierst danach auf die Zielmenge hoch. Beim antiproportionalen Dreisatz ist es umgekehrt: Du multiplizierst zuerst auf die 1 und teilst dann auf die Zielmenge.

Was sind die drei Schritte beim Dreisatz?

Erstens: die bekannten Werte ordnen und sauber aufschreiben. Zweitens: den Wert für genau eine Einheit berechnen. Drittens: von der einen Einheit auf die gesuchte Menge umrechnen. Dieses Schema funktioniert für beide Dreisatz-Typen.

Wozu brauche ich den Dreisatz im Alltag?

Du brauchst ihn ständig: beim Preisvergleich im Supermarkt, beim Hochrechnen von Rezepten auf mehr Personen, beim Umrechnen von Strecke und Zeit auf Reisen, bei Wechselkursen sowie beim Abschätzen, wie lange eine Aufgabe mit mehr Helfern dauert.

Was ist der häufigste Fehler beim Dreisatz?

Der häufigste Fehler ist, den Typ falsch einzuschätzen und beim antiproportionalen Dreisatz zu teilen statt zu multiplizieren. Mach deshalb immer eine Plausibilitätsprobe: Mehr Arbeiter dürfen niemals mehr Zeit ergeben, und mehr Ware darf nicht weniger kosten.